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und Gewiſſen, mein Vermögen und mein Leben. Sie behaupten, Lafleur zu kennen, aber Sie werden ſchwerlich wiſſen, daß dieſer Mann ein Verbrecher iſt, der eher die Galeere als Achtung und Liebe verdient. Er hat den Pöbel gegen Pierre Bandau, den Vater Louiſon's, aufgehetzt, er ſtand an der Spitze der wüthenden Rotte, welche das Haus erſtürmte und den alten Mann ermordete. Und dieſem Burſchen wollen Sie Ihre Hand reichen? Nimmer werde ich das zugeben, ich werde ihn vernichten, wenn Sie der Thorheit nicht entſagen und ferner noch mit ihm ſich beſchäftigen. Sie ſollen mich lieben, Marie, ich fordere es und werde nicht ruhen, bis ich dieſen Zweck erreicht habe.“—
„Und das ſagen Sie mir?“ fragte Marie mit wachſender Angſt. „Die Leidenſchaft ſpricht aus Ihnen, Herr Marquis, und Sie wiſſen ſelbſt nicht, was Sie ſagen, deshalb will ich dieſe Worte vergeſſen, die mein Herz wie Dolchſtiche getroffen haben. Ich will an dem Glauben feſthalten, daß Sie Ihr verpfändetes Ehrenwort einlöſen und mein Vertrauen rechtfertigen werden, ich will mit Geduld abwarten, was Sie nun unternehmen werden, ich kann ja nicht glauben, daß Sie mich ſo ſehr betrogen haben ſollten.“
Der Marquis ſah auf ſeine Uhr, er war jetzt, nachdem er ſeinen Entſchluß gefaßt hatte, ruhiger geworden.
„Ich frage Sie noch einmal, Marie“, ſagte er, nwird Ihre Wahl auf Lafleur, oder auf mich fallen?“
„Sie wiſſen es.“
„Vielleicht war die Bedenkzeit zu kurz—“
„Mein Entſchluß ſtand ſchon am erſten Tage feſt.“
„Marie, ich will Sie auf meinen Knieen um Ihre Liebe bitten, ich will Alles thun, was Sie begehren, jede Bedingung erfüllen, die Sie an Ihr Jawort knüpfen wollen!“ rief der Marquis, der ſich noch einmal von ſeiner Leidenſchaft hinreißen ließ und vor dem er⸗ ſchreckten Mädchen auf die Kniee niedergeſunken war.
Er hielt ihre beiden Händ⸗ gefaßt und ſah ihr flehend in die Augen, die ſich mit Thränen füllten.
„Marquis, Sie demüthigen ſich zu tief“, ſagte in demſelben Augenblick eine helle, ſcharfe Stimme,„ſtehen Sie auf, Sie brin⸗ gen das Mädchen in eine Verlegenheit, die ihr wahrhaft peinlich
ſein muß.“ Die Beiden waren erſchreckt emporgefahren, in der geheimen Thüre


