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Ein ungewöhnlicher Ernſt ſpiegelte ſich in dem ſchönen Antlitz des Mädchens.
„So ſchwer es Ihnen auch werden mag, dem Manne muß ſein Wort heilig ſein“, ſagte ſie, leicht das Haupt wiegend.„Ich habe Ihnen mein ganzes Vertrauen geſchenkt, Herr Marquis, ich habe Ihnen meine theuerſten Güter anvertraut, und ich hege noch heute die felſenfeſte Ueberzeugung, daß Sie dieſes Vertrauen nicht täuſchen werden.“
Sie legte ihre Hand auf ſeinen Arm und ſah ihn flehend an, wie wenn ſie ihn bitten wolle, ihr zu verzeihen, daß ſie ihm das ſagen müſſe, aber der Marquis zog die Brauen finſter zuſammen.
„Ihre Worte wecken die Vermuthung, ja die Gewißheit in mir, daß Ihre Wahl nicht auf mich gefallen iſt“, erwiderte er.„Sie ziehen den Proletarier dem Edelmann vor, Marie, Sie fühlen keine Theilnahme für mich, was liegt Ihnen daran, ob ich das Glück finde, welches ich ſo lange vergeblich ſuchte und nun gefunden zu haben wähnte. Und wenn Sie noch einen triftigen Grund hätten, meine Hand zurückzuweiſen, wenn Sie berechtigt wären, ſich über mich zu beklagen, wenn—“
„Herr Marquis, ſagten Sie nicht vorhin ſelbſt, dem Herzen könne man nicht gebieten?“
„Und erwiderten Sie mir nicht, man müſſe es können?“
„Wohlan, nehmen wir an, es liege in der Möglichkeit— können Sie glauben, daß dieſe Tyrannei ſich nicht bitter rächen wird? Und was wäre ich Ihnen, wenn ich Ihnen nun meine Hand, nicht aber mein Herz ſchenken wollte?“
„Marie, Sie würden mich lieben“, erwiderte der Edelmann leb⸗ haft,„ich würde ja Alles aufbieten, Ihnen meine Tiefe und innige Liebe zu beweiſen und in Ihrem Herzen Gegenliebe zu wecken. Ich kann mir nicht denken, daß ich dieſen Zweck nicht erreichen ſollte, das Bild Lafleur's würde bald erblaſſen, und Sie müßten ja im Laufe der Zeit einſehen, daß Sie an ſeiner Seite nicht glücklich geworden wären.“
„And weshalb könnte ich es nicht werden?“
„Weil Lafleur tief unter Ihnen ſteht, weil er ein armer Teufel iſt, der kaum ſich ſelbſt ernähren kann“
„Wenn Sie das glauben, kennen Sie ihn nicht.“
„Ich will ſeinem Charakter nicht zu nahe treten, im Gegentheil,


