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Der Tag, an welchem dieſe Nachricht eintraf, war für Marie der Tag, an welchem ſie ihre Entſcheidung treffen ſollte.
Es hatte ſeit mehreren Tagen geſchneit, und eine empfindliche Kälte geſellte ſich zu den übrigen Schreckniſſen der Belagerung.
Das Mädchen ſtand am Fenſter und blickte ſinnend auf den Gar⸗ ten hinunter.
Der Schnee fiel in dichten Flocken nieder und hüllte die kahlen Beete, die Wege und die entlaubten Bäume und Sträucher immer dichter in das weiße Leichengewand ein.
Eine ſchwere, drückende Laſt ruhte auf der Seele Mariens,— ſie hatte ihre Entſcheidung getroffen, aber ſie fürchtete von ihrer Erklä⸗ rung, der ſie nicht ausweichen konnte, das Schlimmſte.
Ein leiſes Geräuſch bewog ſie, ſich umzuwenden, der Marquis ſtand vor ihr.
Sein Geſicht war bleich, das Zucken ſeiner Lippen verrieth ſeine fieberhafte Erregung.
Er bot dem Mädchen die Hand und führte ſie zum Divan, hier ließ er ſich neben ihr nieder.
Im Vorbeigehen bemerkte Marie, daß die geheime Thüre offen geblieben war, ſie mußte daraus entnehmen, in welcher Aufregung der Edelmann ſich befand.
„Marie“, ſagte er leiſe.„Sie wiſſen, welche Frage Sie heute beantworten ſollen—“
„Ich weiß es“, fiel das Mädchen ihm in's Wort,„aber ich glaube, daß Sie der Entſcheidung nicht vorgreifen dürfen.“
„Wie ſoll ich das verſtehen?“
„Herr Lafleur iſt noch nicht hier.“
„Nur in ſeiner Gegenwart wollen Sie die entſcheidende Antwort geben?“
Maxie blickte den Fragenden ernſt und voll an, und es lag in
ihrem Blicke eine Hoheit ſo würdevoll, daß er unwillkürlich die Augen niederſchlagen mußte.
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„Lautet ſo nicht die Uebereinkunft?“ erwiderte ſie.„Haben Sie mir nicht gelobt, daß Sie in keiner Weiſe meinen Entſchluß beein⸗ fluſſen wollen?“
„Gewiß, aber ich möchte den Mann ſehen, der ſeinem Herzen zu gebieten vermag, wenn es ſchwankend zwiſchen Furcht und Hofſnung Gewißheit verlangt.“
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