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In den Augen des Vicomte blitzte es jäh auf, und wenn der Blick, der die ſchöne Frau traf, eine tödtende Kraft beſeſſen hätte, ſo würde Cora zerſchmettert niedergeſunken ſein.
„Das iſt nichts weiter, als eine ſchändliche Lüge“, ſagte er, mit den Zähnen knirſchend,„dieſe liederliche Dirne behauptet Beweiſe gegen mich zu beſitzen, ich lache darüber. Das Kind war ſchwächlich, es trug bei der Geburt den Keim des Todes in ſich. Es iſt geſtor⸗ ben, und die Generalin wurde irrſinnig, wer könnte darin etwas finden, was geeignet wäre, gegen mich einen Argwohn zu wecken?“
„Man wird Ihnen die Denkſchrift des Arztes vorlegen, der da⸗ mals Beide behandelte.“
„Der Arzt war ein Trunkenbold, deſſen Verſtand der Branntwein zerrüttet hatte. Der Himmel mag wiſſen, welche Phantaſieen er im Delirium niedergeſchrieben hat, aber keinesfalls kann man dieſen Wahn⸗ ſinn zu einem Beweis gegen mich benutzen.“
„Es ſind noch andere Beweiſe in den Händen Juſtinens.“
„Ah bah, wenn es wirklich zur Verhandlung vor Gericht kommen ſollte, ſo würde ich ſchonungslos das ganze Complot enthüllen. Ich würde Ihren Bruder auf die Galeere, Juſtine in'’s Gefängniß St. Lazare bringen laſſen und Sie dem Hohn und der Verachtung preis⸗ geben! Ja, Madame, das würde ich thun! Sie glauben zu gewin⸗ nen, wenn Sie mich denunciren, aber Sie vergeſſen ganz, daß meiner Verhaftung die Confiscation meines Vermögens folgen würde. Und wie, Madame, wollen Sie der Anklage entgegen treten, wenn ich Sie beſchuldigte, mich zu jener That gezwungen zu haben?“
„Das können Sie nicht!“ rief Cora entſetzt.
„Ich werde es thun.“
„Alſo geben Sie zu, daß Sie das Verbrechen begangen haben?“
„He, und wenn ich es begangen hätte, welchen Vorwurf wollen Sie mir machen? That ich es nicht für Sie und Ihre Kinder? War das Vermögen meines Bruders nicht mein rechtmäßiges Eigenthum, um welches die Generalin mich betrügen wollte?— Ich durchſchaue Ihren Plan. Mit den Beweiſen in der Hand wollen Sie durch Drohungen große Summen von mir erpreſſen, der Galeerenſträfling äußerte ja ſchon die Hoffnung, daß ich morgen Ihr demüthiger Sklave ſein würde. Aber Sie triumphiren zu früh, Ihre Drohungen wer⸗ den mich nicht einſchüchtern.“
NM„don ſohen mein Herr.“ „Wir werden ſehen, mein Herr.


