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„Vergeltung? Wofür?“
„Für ihren Geiz, Ihre Tyrannei, für die ſchmachvolle Behandlung, die mir in dieſem Hauſe zu Theil geworden iſt.“
Der Vicomte war näher getreten, vor ſeinem flammenden Blick mußte Cora unwillkürlich die Augen ſenken.
„Mein Geiz?“ erwiderte er.„Madame, ich habe jeden billigen Wunſch befriedigt, aber meine Mittel reichten nicht aus, um Ihre Putz⸗ und Genußſucht zu befriedigen. Und weil ich das einſah, führte ich ein ſtrenges, geordnetes Regiment ein, Sie müßten mir dankbar dafür ſein, denn ich ſichere dadurch Ihren Kindern eine glänzende Aus⸗ ſteuer. Sie nennen es Tyrannei, rechnen Sie mit dem geſunden Verſtande, nicht mit den Leidenſchaften, ſo werden Sie es anders nennen. Sie beſchweren ſich, daß unſer Tiſch einfacher geworden iſt, daß keine Leckerbiſſen mehr aufgetiſcht werden, verlangen Sie, daß ich mein ganzes Vermögen an unſere Tafel vergeuden ſoll? Die Preiſe der Lebensmittel haben eine ſo enorme Höhe erreicht—“
„Verſchonen Sie mich mit dieſen Lamentationen!“ fiel Cora ihm erregt in's Wort.„Ich habe Sie täglich hören müſſen, ſie ſind kindiſch und lächerlich.“
„Im Gegentheil, Madame, ſie ſind nur zu ſehr begründet, wenn Sie das nicht einſehen wollen, ſo iſt das nur ein Beweis für Ihren Leichtſinn, der Ihnen nicht geſtattet, ernſt in die Zukunft zu blicken. Sie ſprechen von ſchmachvoller Behandlung. Madame, wer von uns beiden hat Urſache, ſich darüber zu beklagen? Haben Sie mir die Treue gehalten, die Sie mir am Tage unſerer Hochzeit gelobten? Stehen Sie nicht in dieſem Augenblick mit Schmach und Schande be⸗ deckt vor mir?“
Cora wandte ihm achſelzuckend den Rücken, wie wenn ſie ihm ihre Verachtung beweiſen wolle.
„Wie? Sie, die Sie Chre und Pflicht vergeſſen und mit eignen Füßen in den Staub getreten haben, wollen mir Vorwürfe machen? Mit welchem Recht? Jetzt weiß ich, wer die elegante Toilette und den koſtbaren Schmuck bezahlt hat, bisher vermochte ich dieſes Räthſel nicht zu löſen, jetzt iſt es mir klar geworden.“
„Wirklich?“ ſpottete die ſchöne Frau.„Dann wird es Ihnen wohl auch klar ſein, daß Sie durch Ihren Geiz mich zwangen, die Börſe eines Freundes in Anſpruch zu nehmen. Sie ſind ein alter
Mann, Vicomte, Sie waren es ſchon, als Sie mich zum Altare


