Teil eines Werkes 
2. Band (1872)
Entstehung
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verwirrt die Beiden an, es fiel ihr offenbar ſchwer, ſich deſſen zu er⸗ innern, was vorher mit ihr vorgefallen war.

Aber im Augenblick darauf ſprang ſie von dem Divan auf, ſie ſchien jetzt die Gefahr, in der ſie ſich befand, in ihrem vollen Umfange erkannt zu haben.

„Man hat mich betrogen!“ ſagte ſie.„Was will man von mir?“

„Sie werden es erfahren“, erwiderte Cora kalt,„ſetzen Sie ſich, Mademoiſelle, ich werde einige Fragen an Sie richten, auf die ich offene Antworten erwarte.“

„Da können Sie lange warten!“

„Wenn Sie trotzig ſind, ſo werden wir Mittel finden, Ihren Trotz zu beugen.“

„Verſuchen Sie es, Madame, ich ſage Ihnen in's Geſicht, daß Sie nicht beſſer ſind, wie ich, und daß ich nur durch Sie geworden bin, was ich bin. Ich habe keine Pflichten gegen Sie, wohl aber habe ich das Recht, von Ihnen Genugthuung zu fordern für den Schimpf, den Sie mir zufügten, als Sie mich ohne Grund entließen.“

„Frech und boshaft iſt das Geſchöpf noch immer“, ſagte Cora im Tone der Verachtung.„Ich wiederhole Ihnen, Mademoiſelle, man wird Ihren Trotz zu beugen wiſſen.“

„Wagen Sie es, ſo ſchreie ich die ganze Nachbarſchaft zuſammen, ich werde dieſen Leuten eine Geſchichte erzählen—“

„Ruhe“, fiel Dorman ihr mit ernſter Miene in's Wort.„Reizen— Sie uns nicht, Juſtine, hören Sie zuvor, was wir von Ihnen wollen.“

„Gut, ich werde hören“, ſagte das Mädchen.

„Und meine Fragen beantworten?“ erwiderte Cora.

„Das weiß ich noch nicht.“

„So verſuchen wir es. Sie haben dem Chevalier eine Geſchichte erzählt, vielleicht iſt es dieſelbe, mit deren Veröffentlichung Sie vorhin mir drohten, aber ſie betrifft nicht mich, ſondern den Vicomte.“

„Das iſt die Wahrheit!

„Sie haben behauptet, die Beweiſe ſeien in Ihren Händen.“

„Glauben Sie, das ſei eine Lüge?“

„Nur nicht ſo heftig, ich habe Ihnen noch keine Lüge vorgeworfen.“

„Nun wolhl, ich habe dieſe Beweiſe.“

„Sind ſie vollſtändig?“

„Natürlich, ſonſt wären ſie werthlos.“

„Wären Sie geneigt, mir dieſe Beweiſe zu überlaſſen?“