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„Wie ſtehen ſie mit dem Marquis?“ fragte Pierre Bandau, das Haupt erhebend.
„Hm, ſeit der Attake mit Louiſon habe ich ihn nicht mehr geſehn.“
„Ihr Freund iſt er nicht mehr.“
„Das macht mir keine Sorge⸗“
„Und doch müßten ſie Werth auf ſeine Freundſchaft legen. Wen er verderben will, der iſt verloren, ſobald der Marquis ihm Feind⸗ ſchaft geſchworen hat.“
„Bah, ſo mächtig iſt er auch nicht. Ich habe Euch geſagt, der Marquis ſei ein Komödiant, dabei bleibe ich, und einen Komödianten fürchte ich nicht.“
„Aber wenn dieſer Komödiant mit den erſten Perſonen Frankreichs befreundet iſt?“
„Auch das iſt eine Komödie.“
„Nein, mein Herr, dafür habe ich Beweiſe. Gambetta kommt oft mit dem Marquis hier zuſammen, und mit dem Polizeipräfekt muß der letztere auch ſehr befreundet ſein.—“
„He, ſie benutzen ihn, weil er an der Spitze des Bundes ſteht, das iſt Alles. Solche Freundſchaft hat für mich keinen Werth, und ich wiederhole Euch, der Marquis wird nie ſein Ziel erreichen. Kennt Ihr dieſes Ziel?“
„Nein. Aber ich finde, daß es verteufelt heiß hier iſt.“
„Trinkt, alter Freund, Ihr habt Durſt, das iſt Allos. Solltet öfter ein Glas Wein trinken, es würde Euch gut bekommen. Na, der Marquis will nichts weiter, als die Regierung ſtürzen, der Pöbel von Belleville und Montmartre ſoll regieren, und was bei ſolchem Regiment herauskommt, haben wir damals geſehen, als König Lud⸗ wig der Sechszehnte geköpft wurde. Dann wird's wieder einmal über die Prieſter, die Reichen, den Adel und den beſitzenden Stand los⸗ brechen und Ihr ſteht auch ſchon auf der Liſte.“
Der Wucherer fuhr mit der welken Hand über die Stirne, auf welcher der Schweiß in großen Tropfen perlte.
„Das iſt nicht wahr“, ſagte er beſtürzt.„Es würe undankbar, wenn der Marquis—“
„Bah, wie machte es Robespierre? Schonte er ſeine Freunde? Im Gegentheil, wenn man plötzlich ſo hoch ſteigt, werden die frühern Freunde unbequem, ſie wiſſen ja eben ſo gut, durch welche elende Ränke man ſich emporgeſchwungen hat. Man ſpricht ſchon davon,


