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Er brauchte dann wenigſtens die Drohungen des Marquis nicht 9 7
mehr zu fürchten, er konnte ihm ſagen, daß er ſeine Befehle aus⸗ geführt habe, und was weiter erfolgte, konnte den Edelmann weiter nicht kümmern.
Die Pläne Segur's ängſtigten ihn nicht; ihm war es gleichgültig, was der Wüſtling nun noch unternehmen wollte, wenn man ihn nur in Ruhe ließ und ſeinen Beiſtand nicht verlangte.
Ja, es war ihm ganz recht, wenn der Stolz Louiſon's gedemüthigt, ihr Trotz gebrochen würde, es verknüpften ſich ja damit auch für ihn Vortheile, die ſeiner unerſättlichen Habſucht ein weites und frucht⸗ bares Feld boten.
An die Drohungen der Freunde Louiſon's dachte er nicht mehr er glaubte nicht, daß ſie wiederkommen würden, um ihm das Meſfer an die Kehle zu ſetzen, ſie mußten ja nun die Gewißheit erlangt haben, daß er ihre Fragen nicht beantworten konnte und ihre Dro⸗ hungen an ſeiner Ruhe abprallten.
Er beſchäftigte ſich im Laufe des Tages damit, ſeine Vorräthe zu beſichtigen, für ihre gute Erhaltung Sorge zu tragen, und ſeinen Nutzen, den er aus ihnen zu ziehen gedachte, zu berechnen.
Und als der Abend dämmerte, erwartete er in ſeinem Bureau den Beſuch Segur's, in der ſtillen Hoffnung, daß Louiſon noch vor ihm eintreffen werde.
Es hatte eben neun Uhr geſchlagen, als die Glocke gezogen wurde; der Alte öffnete und ließ den Wüſtling ein, der leiſe die Marſeillaiſe ſummend ihm voran in's Bureau ſchritt.
„Ich glaube, wir haben gewonnen“, ſagte Segur, indem er ſich auf einen Stuhl niederließ,„der Brief ſoll das Mä ädchen erſchüttert haben.“
„Aber weshalb kommt ſie nicht?“ fragte Bandau ungeduldig.
„Sie könnte längſt hier ſein.“
„Parbleu, Louiſon iſt nicht ſo leichtgläubig“, lachte de Wüſtling, „ſie traut Euch nicht.“
„Was muß ich noch thun?“
„Nichts, alter Herr. Louiſon hat die Frau beauftragt, ſich zu überzeugen, ob Ihr wirklich in den letzten Zügen liegt. Sie wird morgen früh erſcheinen.“
„Wer? Die Frau?“
„Nein, Louiſon.“


