Teil eines Werkes 
2. Band (1872)
Entstehung
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hat. Und dann, mein Freund, ſtehe ich ganz allein, wirſt Du für mich ſorgen können?

Hm ja, wenn ick'ne Stelle bekommen kann, erwiderte Jean kleinlaut,ick werde thun, wat ick kann.

Verliere den Muth nicht, beruhigte ihn das Mädchen,ich habe auch noch etwas Geld und Schmuck, wir werden das Alles theilen.

In Gottes Namen, ick werde doch ooch wat verdienen! Aber beſſer wär's, wenn Du mir die ganze Wahrheit ſagen wollteſt.

Nein, es iſt beſſer ſo, ſagte Juſtine, indem ſie ſich den Armen des jungen Mannes entwand,Du würdeſt Dich unnöthig in Gefahren ſtürzen, und meiner Freundin wäre dadurch nicht geholfen.

Der Gefreite ſeufzte, er kannte das Mädchen zu genau, um nicht zu wiſſen, daß ſie von einem einmal gefaßten Entſchluſſe nicht abging.

Wie Du willſt, erwiderte er,aber wann und wo ſehe ick Dir wieder?

Hier nicht, ſagte Juſtine haſtig, mit einem ſcheuen Blick auf die Thüre,dem alten Weibe darf ich nicht begegnen. Ich will Dich heute Abend gegen neun Uhr an der Kirche Notre Dame erwarten, wir können dann auf einem Spaziergange ungeſtört miteinander plaudern.

Jean nickte zuſtimmend, er öffnete die Thüre und blickte hinaus, auf dem dunklen Gange war Niemand zu ſehen.

Das Mädchen küßte ihn flüchtig noch einmal, dann huſchte ſie an ihm vorbei, und im nächſten Augenblick war ſie ſeinem Blick ent⸗ ſchwunden.

Zweiundzwanzigſtes Kapitel. Das Ende eines Schurken.

Der Wucherer war an dieſem Tage ſehr mit ſich zufrieden. Durch den Brief, den er ſeiner Tochter geſchrieben hatte, glaubte er die fatale Angelegenheit erledigt zu haben, es war ja unmöglich, daß Louiſon mit ihrem weichen Gemüth den rührenden Bitten des ſter benden Vaters widerſtehen konnte.

Und wenn fie kam, um ſeinen letzten Segen zu empfangen, dann war ſie wieder in ſeiner Gewalt, und diesmal wollte er ſie beſſer hüten.

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