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Der Wucherer, der langſam auf und niedergeſchritten war, blieb mit weit geöffnetem Munde vor dem Mädchen ſtehen.
„Von meiner Tochter?“ fragte er mit fieberhafter Spannung.
„Louiſon nannte ſich einmal Ihre Tochter, ob ſie es jetzt noch thut, weiß ich nicht.“
„Was ſoll das heißen?“
„Sie werden es ſo gut wiſſen, wie ich.“
„Ich verſichere Sie, daß Ihre Worte mir ein Räthſel ſind. Louiſon hat, allerdings mit meiner Erlaubniß, mein Haus verlaſſen, aber ſie verſprach mir, binnen einer Stunde heimzukehren, ſeitdem habe ich ſie nicht wiedergeſehen.“
„Und die Gründe ihres Ausbleibens ſollten Ihnen ganz unbe⸗ kannt ſein?“ fragte Juſtine, ohne ihre Verachtung zu verhehlen. „Louiſon weiß ſehr genau, daß Sie bei der Sache betheiligt waren, der elende Burſche, der ihr Gewalt anthun wollte, hat es ſelbſt mit beleidigendem Hohn ihr geſagt.“
Pierre Bandau mußte die Augen niederſchlagen, er konnte den flammenden Blick des tiefentrüſteten Mädchens nicht ertragen.
„Sie weiß Alles“, fuhr Juſtine nach einer Pauſe fort,„ſie kennt alle Machinationen, welche Sie ſo ſchlau eingefädelt zu haben glaubten.“
Der Wucherer fuhr mit ſeiner gelben Hand über die Stirne, um den Schweiß abzuwiſchen, der ihm in die buſchigen Brauen lief.
„Sie wiſſen alſo, wo Louiſon ſich befindet?“ fragte er.
„Natürlich.“
„Weshalb kommt ſie nicht ſelbſt?“
„Vielleicht verlangen Sie auch noch, daß ſie um Verzeihung bitten ſoll?“
„Das wäre natürlich der einzig richtige Weg—“
„Den Louiſon niemals betreten wird“, rief Juſtine empört.„Sagt Ihnen denn Ihr Gewiſſen noch immer nicht, wie ſchwer Sie ſich an Ihrem Kinde vergangen haben? Wahrlich, wenn ich ſo vor Ihnen ſtehen müßte, wie Sie jetzt vor mir, dann ſpränge ich ohne Weiteres in die Seine.“
Der alte Mann zuckte die Achſeln und lächelte höhniſch.
„Im Grunde genommen, habe ich mit Ihnen nichts zu ſchaffen“, ſagte er,„Louiſon ſoll ſelbſt kommen, mit ihr werde ich mich raſch verſtändigen.“
„O, daran zweiſle ich nicht, Sie haben ihr ja ſchon bewieſen, daß
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