Teil eines Werkes 
1. Band (1872)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

368

Taxiren Sie ihn.

Om hundert Francs iſt eine ſehr hohe Summe, Madame, wenn ich mich dennoch entſchlöſſe, ſie für den Ring zu zahlen, ſo brächte ich damit ein Opfer, zu welchem nur beſondere Rückſicht mich bewegen kann.

Und mir erklärte ein Juwelier, daß der Ring mit dem drei⸗ fachen Preiſe noch nicht bezahlt ſei, ſagte Frau Bouhon, die ihre Entrüſtung gewaltſam zu bemeiſtern ſuchte.

Dreihundert Francs? fragte der Geizhals kalt.So gehen Sie doch hin, Madame, und verkaufen Sie ihn dem Manne, der Juwelier ſein will, und nicht einmal einen kleinen. Brillanten ſchätzen kann.

Der Mann war ein Deutſcher, erwiderte die Frau, leicht das Haupt ſchüttelnd,er hat ſein Geſchäft geſchloſſen und Paris ver⸗ laſſen, kurz nachdem der Krieg ausbrach. Ja, wenn er noch hier wäre, dann hätte ich mich ſofort an ihn gewandt. Aber nun wußte ich keinen andern, dem ich den Ring anbieten konnte, man erzählt auch nicht gerne Jedem ſein Elend.

Und da ſollte ich der Nothſtopfen ſein? ſpottete Pierre Bandau. Sie glaubten, von mir eine Summe erpreſſen zu können?

Sie ſind ein Elender! rief die Frau, der en Entrüſtung auſ's Höchſte geſtiegen war.Nein, hätte ich nur ahnen können, welcher Empfang mich hier erwartete, dann würde ich Ihre Schwelle nicht überſchritten haben. Aber Sie gaben mir einſt dieſen Ring, Sie verſuchten, mit dieſem Brillanten mich zu blenden, und es gelang Ihnen.

Genug, fiel der Wucherer ihr trocken in's Wort,ich bin kein Freund von ſentimentalen Redensarten, meine Zeit iſt knapp bemeſſen, und Sie ſehen, die Dame wartet nur darauf, daß Sie uns verlaſſen. Wollen Sie mein Gebot annehmen?

Meine Kinder ſterben, murmelte die Frau,hundert Francs iſt zwar nicht viel, aber

Sie werden es nicht annehmen, ſagte Juſtine mit ſcharſer Betonung,ich zahle Ihnen den vollen Werth, verlaſſen Sie ſich darauf.

He, mein Fräulein

Herr Bandau, ich bin unfreiwillig Zeugin dieſes ſchmählichen Handels geweſen, nun halte ich für meine Pflicht, den Abſchluß des⸗