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arm, daß man Sie bedauern muß. Nein, der Gedanke, Sie um ein Almoſen bitten zu wollen, lag mir fern, ich hegte nicht einmal die Hoffnung, daß die Erinnerung an vergangene Zeit Ihr Herz rühren werde, ich weiß ja, daß Sie ſtatt des Herzens einen Stein in der Bruſt haben.“
Pierre Bandau lachte, es war das beſte Mittel, ſich über die Verlegenheit hinwegzuhelfen. Juſtine beobachtete ihn ſcharf und in ihren Zügen ſpiegelte ſich eine ganze Fülle von Verachtung.
„Ich wollte Ihnen nur einen Ring zum Kauf anbieten“, fuhr die Arme fort,„er iſt das Letzte, was ich beſitze, und ich denke, Sie kennen ſeinen Werth beſſer, wie man im Pfandhauſe ihn zu ſchätzen weiß.“
Der Wucherer zuckte die Achſeln, als ob er ſagen wollte, das ſei kein Geſchäft für ihn, denn er wiſſe nichts dabei zu verdienen, aber er warf doch einen Blick auf den Brillantring, der in der Hand der Unglücklichen funkelte.
Ueberraſcht trat er näher, er nahm den Ring und ſchritt damit zum Fenſter, wie wenn er ihn prüfen wolle.
Dieſen Augenblick benutzte Juſtine, ſie trat raſch und leiſe auf die Frau zu und drückte ihr ein Goldſtück in die Hand.
„Still“, flüſterte ſie haſtig,„er darf es nicht erfahren. Wie heißen Sie?“
„Margot Bouhon.“
„Und Ihre Wohnung?“
„Rue Jean Jacques Rouſſeau Nummer 46.“
Juſtine trat zurück, Pierre Bandau ſchien die Prüfung beendet zu haben.
„Ich kaufe zwar im Allgemeinen ſolche Sachen nicht“, ſagte er, „man kann ja nicht wiſſen, ob ſie aus ehrlicher Hand kommen—“
„Herr Bandau!“
„Bitte, ich ſage das im Allgemeinen, nicht um Sie zu beleidigen, denn ich ſetze voraus, daß Sie den Ring ehrlich erworben hahen.“
„Sollte es Ihnen ſo ganz unbekannt ſein, von wem ich ihn er⸗ hielt?“
„Es iſt mir gleichgültig, Madame, ich verlange nicht einmal, es zu erfahren. Für mich hat der Ring nur des Steines wegen Werth, in jeder anderen Beziehung iſt er ganz werthlos für mich. Was fordern Sie für ihn.“


