Teil eines Werkes 
1. Band (1872)
Entstehung
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So geht's Tauſenden!

Und alle dieſe müſſen nun betteln, wenn ſie nicht verhungern wollen.

Bah, die Regierung muß Euch ernähren.

So ſagte man, aber man ſieht nichts davon.

Geht zu Eurem Maire

Ich war bei ihm, er gab mir einen Schein, nachdem ich ſtun⸗ denlang gewartet hatte. Ich ſolle mir auf dieſen Schein Brod und Fleiſch holen, ſagte er,aber als ich hinkam, war für die Armen nichts mehr vorräthig.

Hm, dann müßt Ihr warten bis morgen.

Warten bis morgen? rief ſie im Ton der Verzweiflung.War⸗ ten und zuſehen, wie meine armen Kinder verhungern? Mein Herr, wiſſen Sie, womit wir uns in den letzten Wochen ernährt haben? Es reichte nicht für Einen hin, aber fünf mußten davon eſſen, nun liegen zwei Kinder auf dem Stroh und jammern über ihren Hunger.

Pierre Bandau ſchüttelte das kahle Haupt, kein Zug in ſeinem pockennarbigen Geſicht ließ erkennen, daß das Unglück dieſer Frau ihn rührte.

Es kommt Alles auf Gewohnheit an, ſagte er, und ein leiſer Hohn ſpiegelte ſich in dem heiſern Ton ſeiner Stimme,der Eine bedarf viel, der Andere kommt mit wenig aus. Ich habe es ſo weit gebracht, daß ich faſt gar nichts eſſe, ein Glas Waſſer und ein Stück Brod genügen mir vollſtändig. Glaubt mir, die Gefahr des Ver⸗ hungerns iſt nicht ſo groß, wie die Leute glauben, wenn man auch mal Leibweh ſpürt, man ſtirbt ſo raſch nicht.

Und das ſagen Sie mir? fuhr die Frau auf.Glauben Sie, das könne für mich ein Troſt ſein? Wenn ich Ihnen ſage, daß meine Kinder dem Tode nahe ſind, ſo dürfen Sie es mir glauben, eine Mutter täuſcht ſich darin ſo leicht nicht.

Meinetwegen, aber was wollen Sie bei mir?

Fürchten Sie, ich werde betteln?

Madamo, ich bin ſelbſt ein armer Mann

Ja, ich weiß das, ſchnitt die Unglückliche ihm mit ſchneidendem Hohn das Wort ab.Sie ſind ein armer, bedauernswerther Mann, Sie wiſſen nicht, wie viel Segen Sie mit den Schätzen ſtiften könn⸗ ten, die Sie zwecklos aufgehäuft haben, nur, um Ihre unerſättliche Habgier zu befriedigen. Sie ſind ein reicher Mann und dennoch ſo

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