Teil eines Werkes 
1. Band (1872)
Entstehung
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Auch dieſer Troſt war ihm verloren, und die ernſten Vorwürfe die der Marquis ihm gemacht hatte, mußten ihn ebenfalls beunruhigen. Er kannte die ſtrengen Grundſätze dieſes Mannes, und der Marquis hatte ihm mit dem Tode gedroht, für den Fall er nicht dafür ſorge, daß Louiſon binnen acht Tagen wieder im elterlichen Hauſe ſei.

Ja, wenn er nur gewußt hätte, wo er ſie ſuchen durfte! Er konnte auch nicht mehr glauben, daß einer der beiden Arbeiter von Belle⸗ ville, welche ſie ihre Freunde nannte, ihren Aufenthaltsort kannten, das entſchiedene Auftreten Paul's trat dieſer Vermuthung zu ſchroff entgegen.

Er bereitete ſich ſein Frühſtück, was ihm keine große Mühe verurſachte, da es nur aus einem Glaſe Waſſer und einem Stück trockenen Brodes beſtand, und nachdem er dieſes frugale Mahl in ſeiner Schreibſtube verzehrt hatte, holte er ſeine Geſchäftsbücher herbei, um ſich in ſeine Rechnungen zu vertiefen.

Was draußen vorging, kümmerte ihn weiter nicht, ihm war es gleichgültig, wie lange die Belagerung dauerte, und wie viele Opfer Hungertod und Seuchen forderten, wenn ihn nur die feindlichen Bomben verſchonten und die Pariſer Kanaille nicht ſein Haus erſtürmte, um zu plündern.

Nein, ihm war es ſogar lieb, daß der Hunger ſeine ſchwarzen Fittige über die Stadt ausbreitete, ihm ſelbſt konnte dieſer finſtere Geiſt ja nichts anhaben, im Gegentheil, ihm brachte er nur Gewinn.

Seine grauen Augen leuchteten, und ein häßliches Grinſen über⸗ flog ſein pockennarbiges Geſicht, als er den Gewinn berechnete, den er aus den aufgeſpeicherten Lebensmitteln zu ziehen gedachte, Louiſon war für dieſen Augenblick wieder vergeſſen.

Der ſchrille Klang ſeiner Hausglocke riß ihn aus ſeiner Beſchäf⸗ tigung empor, er ſchnürte den ſchmutzigen Schlafrock feſter um ſeine Lenden und ſchritt langſam zur Hausthüre.

Als er die Klappe öffnete, fiel ſein Blick auf eine alte, abgehärmte Frau und eine junge, elegante Dame, er öffnete ohne Bedenken und ließ die Beiden ein, die ihm in die Schreibſtube folgten.

Die alte Frau war ſchüchtern zurückgetreten, und Pierre Bandau wandte ſich deshalb zu der eleganten Dame, welche keine andere als Juſtine war, mit der Frage, was der Zweck ihres Beſuches ſei..

O, das kann ich Ihnen ſo raſch nicht erklären, erwiderte Juſtine in ihrer lebhaften Weiſe,dieſe Frau ſtand bereits vor Ihrer Thüre, als ich ankam, ich werde warten.