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unſern Zwecken, das genügt mir. Weißt Du auch, daß der Ver⸗ urtheilte Recht hatte?“
„Inwiefern?“
„Daß wir im Trüben ſiſchen wollen!“
„Du magſt das wollen, ich nicht.“
„Bah, biſt Du ſo uneigennützig?“
„Ja, Du haſt genug, und dennoch trachteſt Du nach deit Ruhm, ein Beglücker des Volkes genannt zu werden. Da iſt die Triebfeder Deiner Handlungen. Wen erwarteſt Du?“
„Gambetta.“ G
„Wie? Ihn?“ fragte Victor überraſcht.„Wird er Zeit finden, Dich hier aufzuſuchen?“
„Er muß wohl, er hat Wichtiges mit mir zu berathen. Wenn er kommt, wirſt Du Dich entfernen.“
„Ah— genieße ich ſo wenig Vertrauen?“
„Es gibt Geheimniſſe, die gefährlich ſind, Victor, ſeih froh, wenn man Dich mit ihnen verſchont. Ich habe Dich vor einigen Tagen gebeten, Erkundigungen über das Mädchen einzuziehen, kannſt Du mir heute Bericht erſtatten?“
„Sie iſt eine Deutſche.“
„Ah, und weiter?“
„Sie heißt Marie Reimann und wohnt in der Rue Vicomte Nr. 12, in der Nähe der Boulevards von Vilette und Belleville.“
Der Marquis blickte eine Weile ſchweigend vor ſich hin, in tiefes Sinnen verſunken.
„So iſt auch ſie ein Kind aus dem Volke“, ſagte er endlich leiſe, „ach, wie bald wird auch ſie unter den Verlorenen ſein.“
„Bah, wie ſentimal!“ ſpottete ſein Freund, ohne ſich von dem flammenden Blick einſchüchtern zu laſſen, der ſo plötzlich aus den blitzenden Augen ihn traf.„Und das eines ſolchen Mädchens wegen! Sie wohnt in einer Manſarde unter dem Dache, und man ſagt, ſie habe einſt beſſere Tage geſehen. Ich will das nicht beſtreiten, aber ich glaube auch, wenn ſie wollte, könnte ſie in Ueberfluß leben, es gibt noch reiche Herren genug hier, die für ſolche Schönheit einen hohen Preis zahlen. Statt daraus Nutzen zu ziehen, hängt ſie ſich an den Tiſchler, der unter demſelben Dache mit ihr wohnt. Erneſt Lafleur ſoll freilich ein braver und fleißiger Handwerker ſein, aber er iſt ſo arm wie Job, und nichts mit nichts multiplicirt gibt nichts.“


