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Ihr denkt nur an Euch, und für jedes Lorbeerblatt auf Eurem Haupte werden Tauſende Gut und Blut opfern müſſen. Was liegt Euch daran? Ihr ſchiebt den Haß gegen die Preußen vor, um ſelbſt im Trüben zu fiſchen, aber die Stunde der Vergeltung wird auch für Euch kommen und der Fluch Frankreichs Euch in's Grab folgen.“
Jäh blitzte es in den Augen des Marquis auf, der elegante Herr neben ihm lächelte phlegmatiſch, Pierre Bandau blickte entſetzt den jungen Mann an, deſſen Kühnheit er nicht begreifen konnte.
„Verfluchter!“ knirſchte der Marquis, indem er die Hand auf einen Meſſingknopf legte, der ſich in der Mitte der Tiſchfalte befand. „Wer kann jetzt noch an Eurem Verrathe zweifeln? Ihr werdet ver⸗ ſchwinden von der Erde und Niemand wird erfahren, was aus Euch geworden iſt.“.
„Kommt heran!“ rief Paul höhnend.„Ich nehme es mit einem Dutzend auf, wen meine Fauſt niederſtreckt, den werden die Zähne nie mehr ſchmerzen!“
Das letzte Wort war kaum über ſeine Lippen, als der Boden unter ſeinen Füßen ſich öffnete, ein gellender Angſtſchrei entfuhr ihm,
im nächſten Moment war er in der dunklen Tiefe verſchwunden, ein
zweiter Druck auf den Meſſingknopf ſchloß die Oeffnung wieder.
„Jetzt mag er über ſeine frechen Worte nachdenken, bis der Hunger in ſeinen Eingeweiden wüthet!“ ſagte der Marquis mit dumpfer Stimme.
„Dann wird er bekennen“, warf Pierre Bandau ein.
„Es iſt unnöthig“, fuhr der Marquis fort,„überlaßt ihn ſeinem Schickſal und kümmert Euch nicht weiter um ihn, er muß ſterben. Du kannſt gehen“, wandte er ſich an den Arbeiter, der das Zeugniß wider Paul abgelegt hatte,„und auch Ihr, Vater Bandau, müßt uns jetzt verlaſſen, ich erwarte Beſuch.“
Der alte Mann nickte und verließ, gefolgt von dem Arbeiter, das Gemach.
„Das war ein ſehr kurzer Prozeß“, ſagte der elegante Herr lachend,„übrigens war mir dieſe ſinnreiche Vorrichtung noch ganz unbekannt. Haſt Du dieſe glückliche Idee gehabt?“
„Nein, Victor“, erwiderte der Marquis, das Haupt auf den Arm ſtützend,„das alte Haus hat manches düſtere Geheimniß, die mir ſelbſt nicht alle bekannt ſind. Es gibt hier einen geheimen Ein⸗ gang in die unterirdiſchen Katakontben, Gefängnißzellen und andere Dinge, die ſelbſt das ſcharfe Auge der Polizei nicht entdecken würde.“ „Hm, mich kümmern dieſe Geheimniſſe weiter nicht, ſie dienen


