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um nie wieder zu erſcheinen. Er wird Euch nicht retten, er muß für ſich ſelbſt ſorgen, außerdem iſt es eine alte Wahrheit, daß man in ſolchen Zeiten geleiſtete Dienſte gerne vergißt. Ich frage Euch noch einmal, wollt Ihr mir Louiſon zum Weibe geben?“
„Da müßte doch zuvor Louiſon ſelbſt gefragt werden, ob ſie Euch zum Manne will.“
„Das könnt Ihr getroſt mir überlaſſen.“
„Seid Ihr Eurer Sache ſo ſicher?“
„Vielleicht.“
Wieder lachte der alte Mann, es war das heiſere Lachen eines
tückiſchen Dämons. 4—
„Und wenn ſie auch wollte, ich würde nein ſagen“, rief er,„nein und tauſendmal nein! Einem Bettler gebe ich mein Kind nicht, das merkt Euch, ein für allemal.“
„Wohlan, ſo werde ich Mittel ſuchen, Euren Trotz zu beugen“, erwiderte Paul etregt,„Ihr aber ſollt dieſer Stunde einſt gedenken. Ihr könntet mich fragen, welches Recht ich habe, die Hand Eurer
Tochter von Euch zu fordern, aber ich würde Euch keine Antwort
auf dieſe Frage geben. Und nun genug, wir kommen ſpäter darauf zurück.“ 3
Der Wucherer wanderte mit großen Schritten auf und nieder, die Drohung des jungen Mannes ſchien auf ihn keinen Eindruck zu machen, das höhniſche Lächeln, welches ſeine fahlen Lippen umſpielte, bewies, daß ſie ihn nicht einſchüchterte.
„Ihr hättet meine Antwort vorausſehen können“, ſagte er,„aber ſo iſt die Jugend! Sie wiegt ſich in Träumen und Illuſionen und meint, jeder Traum müſſe ſich verwirklichen. Und wenn ſie ſich ge⸗ täuſcht ſieht, dann möchte ſie gleich Alles vernichten und mit dem Kopf durch die Mauern rennen. He, ich ſollte nur deshalb mein Kind ſo ſorgſam erzogen haben, um es einem Bettler, einem Prole⸗ tarier in die Arme zu werfen? Geht zum Kuckuck, Bertrand, aber laßt mich und Louiſon ungeſchoren! Seid Ihr deshalb hieher gekom⸗ men, um dieſe unverſchämte Forderung an mich zu ſtellen? Ich muß es wohl glauben, da Ihr durch die Hausthüre gekommen ſeid, ſtatt den geheimen Eingang zu benutzen, na, Ihr werdet jetzt wiſſen, daß es vergebliche Mühe war.“
Der Alte brach plötzlich ab, der ſchrille Ton einer hellen Glocke ließ ſich vernehmen.— 2


