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Louiſon auf den Händen tragen, wenn Ihr ſie mir zum Weibe geben wolltet.“
Der Alte ſchlug ein gellendes, höhniſches Gelächter auf, ein Blick der Verachtung traf aus den grauen Augen den jungen Mann, dem das Blut in die Wangen ſchoß.
„Verzeiht, wenn ich lache“, ſagte er,„Eure Worte lauten gar zu komiſch. Glaubet Ihr denn, ich werde mein ſchönes Kind einem Ar⸗ beiter geben, der kaum ſo viel hat, daß er ſich ſelbſt ernähren kann? Das hieße, muthwillig ſie in's Elend ſtürzen, und mir liegt die Pflicht ob, für ihre Zukunft gewiſſenhaft Sorge zu tragen. Für Leute Eures Schlages gibt's in Paris Griſetten genug, die gerne Noth und Elend mit einem Manne theilen, wenn ſie nur unter die Haube kommen, meine Tochter aber verdient ein beſſeres Loos. He, wißt Ihr denn nicht, daß ich ſchon einen Grafen abgewieſen habe, der um ihre Hand warb?“
Paul hatte ſich erhoben, der Hohn des Wucherers trieb ihm die Galle in's Blut, aber er bezwang ſich.
„Wenn das Eure letzte Antwort wäre, hätte ich nichts mehr zu ſagen“, erwiderte er mit leiſe zitternder Stimme,„aber ich denke, die Zeiten haben ſich ſeit geſtern geändert. Die Republik kennt keine Edelleute, und wenn erſt die Gulllotine ihre Arbeit begonnen hat, wird man Paris auch von den Wucherern ſäubern, welche aus der Noth ihrer Mitbürger ihren Vortheil gezogen haben. Pierre Ban⸗ dau, hütet Euch, der verſchmähte Freier könnte bald als Richter vor Euch ſtehen, vergeßt das nicht.“
„Ah, bah— Gambetta iſt kein Robespierre!“ ſpottete der Alte.
„Er nicht, aber er wird nicht lange regieren, Aſſy, Flourens und Rochefort werden ihn verdrängen, und dann beginnt das Blutgericht!“
„Ich habe nichts!“ rief der Wucherer trotzig.„Ich bin ein guter Patriot, mir kann man nichts vorwerfen.“
„Parbleu, in Euren Büchern wird man die Beweiſe finden. Ihr habt Arbeiterfamilien in's Elend geſtürzt, Ihr habt armen Wittwen den letzten Strohſack gepfändet, Waiſen um ihr Erbtheil betrogen, Ihr habt—“
„Und was ich auch gethan haben mag, der Marquis wird mich ſchützen und mir das Zeugniß geben, daß ich ein glühender Republi⸗ kaner bin!“
„Der Marquis!“ ſpottete Paul.„Ihr verkriecht Euch hinter einen Mann, den Ihr nicht kennt, der vielleicht plötzlich verſchwindet,


