Teil eines Werkes 
1. Band (1872)
Entstehung
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11.

Dann werden wir alſo bei Euch beginnen.

Bei mir? rief der Alte beſtürzt.He, was kann man von mir fordern? Ich habe nichts, ich bin ein armer Mann, ich werde ſelbſt einer von denjenigen ſein, die mit den Reichen theilen.

Sie waren während dieſes Geſprächs in ein ſehr dürftig ausge⸗ ſtattetes Zimmer getreten, in welchem bereits Dunkelheit herrſchte, indeß draußen noch der Dämmerſchein des Abends alle Gegenſtände deutlich erkennen ließ, der Wucherer zeigte auf einen hölzernen Stuhl und trat an das vergitterte Fenſter.

Nein, ich habe nichts, fuhr er fort, nachdem Paul ſich nieder⸗ gelafſen hatte,und daß in dieſen ſchlechten Zeiten nichts zu ver⸗ dienen iſt, weiß jedes Kind. Und wer kann vorausſehen, welche Tage nun kommen werden. Krankheit, Noth, Elend, Seuchen und Bom⸗ ben, du lieber Gott, wir gehen ſchweren Zeiten entgegen..

Er ſeufzte tief auf und ſchüttelte ſein kahles Haupt, dann holte er aus einem Schranke ein Talglicht, welches er mit zitternder Hand anzündete.

Ihr habt doch etwas, was Euch reich macht, ſagte Paul, die dunklen Augen feſt auf die Jammergeſtalt heftend,eine ſchöne Toch⸗ ter, Vater Bandau.

He was wollt Ihr damit ſagen?

Jenun, wenn Ihr ſo arm ſeid, muß das Mädchen Euch zur Laſt fallen.

Und was weiter?

Da müßte es Euch lieb ſein, wemn ein Mann ſich fände, der Euch die Sorge abnehmen wollte.

Der Alte warf trotzig das Haupt empor..

Meint Ihr, fragte er höhniſch.Ja, es wäre mir lieb, aber es hat noch kein Mann ſich gefunden, der ſie zur Frau begehrt hätte! Oder wollt Ihr, daß ſie ihre Schönheit an den Meiſtbietenden ver⸗ kaufen ſoll? O, ſie könnte auch in Sammt und Seide gehen, Diener und Equipage haben, aber Louiſon iſt ein ehrbares Mädchen, Tugend und Ehre gelten ihr mehr, als glänzende Pracht und rauſchende Ver⸗ gnügungen.

Und wer ſagt Euch, daß ich ſie in den Reihen jener Dirnen ſehen möchte, vor denen Niemand Achtung hat?n entgegnete Paul unwillig.Sie iſt arm, ich bin es auch, aber ich habe geſunde Arme und kann genug verdienen, um eine Familie zu ernähren, ich würde