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haben,“ ſagte er,„trotzdem Ihr ihm jetzt keinen Dank dafür wüßt?“
Der Werkmeiſter zuckte gleichmüthig die Achſeln.
„Ich denke, es war Ihre Schuldigkeit, mehr zu wagen, wie jeder Andre,“ entgegnete er,„wir hätten’s ja bequemer haben und manchem Kameraden ein langes Schmerzenslager erſparen können, wenn wir ſo feige und ehrlos geweſen wären, Sie den Vagabunden auszuliefern. Sie haben dem Fräulein das Leben gerettet und das Fräulein hat durch ihre aufopfernde Pflege Sie ebenfalls dem Tode entriſſen, nun ſind Sie quitt miteinander.“
„Und was weiter?“
„Was weiter? Wenn Sie ruhig nachdenken, ſo werden Sie einſehen, daß—“
„Daß ich der Störenfried bin?“
„So iſt es!“
„Und Sie wollen mich zwingen, das Etabliſſement zu ver⸗ laſſen?“
„Wenn wir es können, ja!“
„Durch Gewalt nöthigenfalls?“
„Nein, vergreifen werden wir uns nicht an Ihnen. Wenn der Hohn und die Verachtung Ihrer Kameraden Sie gleichgültig laſſen, ſo können wir das, was Sie vorhaben, nicht verhindern, wir werden dann aber Feierabend machen und Sie mögen zu⸗ ſehen, wo Sie neue Arbeiter finden.“
„Seid Ihr denn nicht kindiſche Thoren!“ ſagte Otto ruhig. „Was würdet Ihr durch einen ſolchen Schritt gewinnen? Ihr brächtet Euch und Eure Familien dadurch außer Brod und die Stunde würde bald kommen, in der Ihr zu Kreuze kriechen müßtet! Was kann es Euch gelten, in weſſen Händen das Kapital iſt, wenn es nur gut verwaltet wird! Ihr könnt ohne das Kapital nicht leben und das Kapital kann ohne Euch nicht gedeihen und Nutzen bringen. Jeder Gewaltakt, den Ihr gegen das Kapital unternehmt, fällt mit ſeinen ſchweren Folgen zuletzt auf Euch zurück, das laßt Euch geſagt ſein. Wenn ich wirklich die Abſicht hegte, die Ihr mir zuſchieben wollt, was würdet Ihr dadurch verlieren? Iſt vielleicht Einer von Euch fähig, ſich an die Spitze dieſes Etabliſſements zu ſtellen und es zu leiten? Müßt Ihr nicht froh ſein, wenn dieſe Leitung ſich in den Händen eines Mannes befindet, der ihr gewachſen iſt? Und daß ich das bin, werde ich Euch in den nächſten Tagen beweiſen. Blickt Euch nicht unter⸗ einander ſo bedeutungsvoll an, fürchtet nicht, ich hege dieſen maß⸗ loſen Ehrgeiz, mich ſo raſch empor ſchwingen zu wollen, ich weiß ſehr wohl, daß ich noch Vieles lernen muß, um auf ſolcher Höhe mich behaupten zu können. Man hat Euch geſagt, ich werde ab⸗


