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liegt, dann iſt die Ehre des Todten noch im Grabe geſchändet. Von unſerm Credit will ich nicht reden, ich könnte den Gerüchten an der Börſe vielleicht entgegentreten, aber wie raſch verbreitet es ſich nach Außen. Sind Sie nicht auch meiner Anſicht?“
„Fragen Sie mich nicht,“ erwiderte Scherenberg mit dumpfer Stimme,„ich bin in dieſem Augenblick unfähig, zu denken und eine Anſicht zu äußern.“
„Dann überlaſſen Sie es mir, dieſe Angelegenheit im Intereſſe des Todten und der Firma zu ordnen, nur Eins bitte ich Sie, nicht zu vergeſſen, nämlich, daß ein Schlagfluß Ihren Sohn ge⸗ tödtet hat.“
Heinrich eilte hinaus und ſchickte einen Lehrling zum Hausarzt Scherenberg's.
„Herr Bertram Scherenberg iſt in vergangener Nacht plötzlich verſchieden,“ ſagte er im Comptoir ſo kühl und gleichmüthig, als ob es ſich um eine ſehr geringfügige Sache handle,„ein Schlag⸗ fluß hat ſeinem Leben ein Ziel geſetzt. Haben Sie die Güte, die Laden halb zu ſchließen, ſollte es dadurch zur Arbeit hier zu dunkel werden, ſo müſſen Sie Licht anzünden.“
Er kehrte, nachdem er dieſe Anordnung getroffen hatte, in das Sterbezimmer zurück und erwartete hier den Arzt, der ſchon nach wenigen Minuten erſchien.
In ausführlicher und erſchöpfender Weiſe theilte Heinrich ihm Alles mit, was am Tage vorher zwiſchen Bertram und ſeinen Aſſocie's vorgefallen war, er hielt es für nöthig, ihm darüber Bericht zu erſtatten, um ihn über die Urſache dieſes Aktes der Verzweiflung Aufſchluß zu geben.
Dieſen Mittheilungen fügte er, unter Angabe ſeiner Gründe, die Bitte hinzu, die Urſache des Todes geheim zu halten.
Der Arzt erkannte die Urſache ſofort, er verlangte zu wiſſen, woher der Todte ſich die Blauſäure verſchafft habe.
Darüber konnte weder Heinrich, noch der alte Mann Aufſchluß geben, aber Scherenberg erkannte das Flacon als ſein Eigenthum.
Der Arzt konnte die Bitte nicht erfüllen, ſeine Pflicht gebot ihm, den Fall anzuzeigen, aber er verſprach für ſeine Perſon ſtrenge Verſchwiegenheit zu beobachten und wenn möglich auch den betreffen⸗ den Beamten zu bewegen, den Vorfall nicht ruchbar werden zu laſſen.
Das hatte Heinrich erwartet, die Behörde durfte der Arzt nicht umgehen.
Eine Stunde ſpäter erſchienen mehrere Beamte.
Schon der Umſtand, daß die Thüren von innen geſchloſſen geweſen waren, mußte jeden Zweifel, jedes Bedenken beſeitigen, abgeſehen davon, daß die vorliegenden Gründe für den Selbſt⸗ mord nicht beſtritten werden konnten.


