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Während der Zeit des Belagerungszuſtandes wurden die Thore der Stadt um neun Uhr geſchloſſen, vor Thorſchluß mußten die Flüchtlinge die Stadt verlaſſen haben.
„Wir gehen nach Bonn,“ ſagte Nikolas, als der Wirth ihn fragte, welche Route ſie einzuſchlagen gedächten,„von dort aus benutzen wir das Dampfboot. Meine Erſparniſſe werden hoffent⸗ lich ſo weit reichen, bis ich die deutſche Grenze hinter mir habe.“
„Sie reichen ſo lange, als ich noch einen Groſchen in der Taſche habe,“ erwiderte Otto mit herzlicher Wärme.„Das ſei ferne von mir, daß ich den Freund im Stiche laſſe.“
Bertram Schenk reichte mit zitternder Hand dem Sohne eine kleine, unanſehnliche Brieftaſche.
„Gott gebe Dir ſeinen Segen,“ ſagte er und eine Thräne glänzte in ſeinen treuherzigen Augen,„halte Gott vor Augen und die Liebe zu uns im Herzen, ſo wirſt Du vor manchem Fehltritt bewahrt bleiben.“
Auch Helene und die Mutter konnten ihre Rührung und ihren Schmerz nicht verbergen, auch ſie nahmen mit warmen, herzlichen Worten von dem Scheidenden Abſchied.
Nur Heinrich blieb kalt und ruhig.
„Du wirſt wohl ſobald nicht zurückkehren,“ ſagte er gleich⸗ müthig,„wenn es nach Jahren geſchieht, ſo wollen wir uns dieſer Stunde erinnern und prüfen, wer es am weiteſten gebracht hat, Du mit Deinem Vertrauen auf die Arbeit, ich mit meinen Spe⸗ kulationen.“
Auch von Nikolas nahm die Familie Otto's in herzlicher Weiſe Abſchied.
Weshalb wohl ruhte der Blick Helene's ſo theilnehmend und wehmüthig zugleich auf dem jungen Mann?
Weshalb ſenkte ſie verlegen erröthend die Wimpern, als ihr Blick dem ſeinigen begegnete?
„Schützen Sie ihn, wenn ihm Gefahr droht,“ fiüſterte ſie, als ſie ihre kleine, weiße Hand in die rauhe, ſchwielige Rechte des Maſchinenbauers legte.„Er iſt ein treuer Freund und ſolches Schutzes werth.“
„Gewiß,“ erwiderte Nikolas leiſe,„ich ſchätze mich glücklich, ſeine Freundſchaft zu beſitzen.“
„Und nun noch einmal, Gott mit Euch!“ ſagte der Wirth, der inzwiſchen, wohl um ſeine Rührung zu bemeiſtern, eine Priſe nach der andern genommen hatte.„Geht, das Herz iſt uns Allen ſchwer genug, machen wir's kurz.“
Noch ein Kuß, ein Händedruck, dann eilten die jungen Leute hinaus..
Sie traten eine Wanderſchaft an, deren Ziel in weiter, weiter
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