Jahrgang 
1
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ßen Herrn ſpielen, wo ſollte es hinaus

Commis eines Materialwaarengeſchäfts ſich hoch über den Schloſ⸗ ſergeſellen erhaben dünkte.Die Laufbahn eines Schloſſergeſellen, der es vielleicht noch einmal zum Hufſchmied gebracht hätte!

In den Augen Otto's blitzte es auf.

Hüte Dich, daß Dir der Schloſſergeſelle nicht über den Kopf wächſt! ſagte er, mühſam an ſich haltend.

Heinrich zuckte geringſchätzend die Achſeln.

Was könnte aus einem Schloſſergeſellen werden! erwiderte er mit kühlem, verletzenden Spott.Ich werde binnen Kurzem Aſſocie einer ſehr geachteten Firma ſein und wenn ich's erſt da⸗ hin gebracht habe, bin ich in wenigen Jahren ein reicher Mann. Reich will ich, reich muß ich werden, dem Reichen huldigt Jeder, der Arme bleibt verachtet.

Frau Bertram machte eine zuſtimmende Bewegung.

Das iſt ein ſehr lobenswerther Vorſatz, ſagte ſie.

Mindeſtens eine halbe Million, fünfmalhunderttauſend Tha⸗ ler muß ich mein nennen, fuhr Heinrich mit einer Zuverſicht fort, als ob er das Geld ſchon in der Taſche habe.Ich werde nicht ruhen, bis ich ſie beſitze.

Und wodurch gedenkſt Du ſie Dir zu erwerben? fragte Otto ruhig.

Wodurch? Spekulation, Aktien, Oel und Getreide, dem Kauf⸗ manne ſtehen unzählige Wege offen, reich zu werden.

Und unter dieſen Wegen iſt mancher, den ein ehrlicher Mann nie betreten würde, entgegnete Otto mit ernſter gehobener Stimme. Auch ich ſtrebe danach, unabhängig zu werden und es zu einer gewiſſen Wohlhabenheit zu bringen, das Ziel verfolgt ja jeder Menſch, aber niemals würde ich es auf dem Wege zu erreichen ſuchen, den Du betreten willſt. Die Spekulationsgeſchäfte an der Börſe ſaugen an dem Herzblute des Armen, des Arbeiters, des Tagelöhners und des Handwerkers; wenn die Herren Kaufleute durch dieſes Hazardſpiel die Preiſe für die unentbehrlichſten Le⸗ bensbedürfniſſe in die Höhe ſchrauben, wer leidet darunter? Die arbeitende Klaſſe, die jenen Herren mit ihrem Schweiß den Säckel füllen muß. Der rechtlich denkende Mann billigt dieſen Schwindel nicht.

Was verſtehſt Du davon? höhnte Heinrich.Mit Deinen Anſichten und verſchrobenen Ideen wirſt Du ſtets bleiben, was Du biſt, der Tagelöhner Anderer. Es muß ein eigenes Ver⸗ gnühen ſein, ſein Leben am Amboß zu verbringen, ein Schloſſer⸗ geſelle

Schmähe die Arbeit nicht! fiel Otto ihm in's Wort. Wären alle Menſchen wie Du, wollten alle die Rolle eines gro⸗ Wir, die arbeitende