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wenn es ihm gelingt, ſich zu einer geachteten Stellung empor zu ſchwingen.“
Auch Tante Thereſe war nachdenklich geworden.
„Das würde ihn außerdem von mancher Thorheit zurückhal⸗ ten,“ verſetzte ſie.„Ja, ja, wenn man es ihm beibringen könnte! — Na, ich ſehe nicht ein, weshalb das unmöglich ſein ſollte, ich werde heute Nachmittag Frau Schenk beſuchen und unter irgend einem Vorwande—— beruhige Dich, liebes Herz, Rom iſt auch nicht an einem Tage erbaut worden, was gemacht werden kann, ſoll gemacht werden.“
Die kleine kugelrunde Dame machte bei den letzten Worten eine ſo energiſche, theatraliſche Bewegung, daß Eugenie ſich eines Lächelns nicht erwehren konnte; ſie wußte, wenn Tante Thereſe ſich etwas vornahm, ſo führte ſie es auch mit einer eiſernen Con⸗ ſequenz aus.
Nun die Tante ihren Beiſtand ihr zugeſichert hatte, fühlte ſie ſich wieder getröſtet und ermuthigt, das Projekt des Vaters be⸗ unruhigte ſie nicht mehr.
Viertes Kapitel.
Der Abſchied.
Otto hatte nicht umſonſt die Begegnung mit der Mutter ge⸗ fürchtet.
Frau Bertram war bei all' ihren guten Eigenſchaften etwas galliger Natur, ſehr keifſüchtig und herrſchſüchtig. Einen Wider⸗ ſpruch konnte ſie nicht ertragen, und in dem ganzen Hauſe mußte ihr Wille maßgebend ſein.
Bertram Schenk hatte ſich oft dagegen empört, aber ſeine Gattin, die nebenbei eine tüchtige, arbeitſame Hausfrau, eine liebe⸗ volle Mutter und eine ſehr tugendhafte Frau war, kannte ſo viele Mittel, den gutmüthigen, ſchwachen Herrn Gemahl zur Raiſon zu bringen, daß der Schenkwirth niemals mit ſeinem Proteſt durch⸗ drang und ſich immer wieder in das alte Joch fügen mußte.
Otto lehnte ſich öfter und energiſcher dagegen auf, er exreichte dadurch nur, daß die Mutter den um ein Jahr älteren Bruder ihm vorzog.


