Jahrgang 
1
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Er ging hinaus, um ſeine Tagesgeſchäfte zu beſorgen, die Entdeckung, die er gemacht hatte, betrübte ihn, und wenn er ſeine Tochter nicht ſo ſehr geliebt hätte, würde er vielleicht ſofort mit einem Machtſpruche ihre Wünſche und Hoffnungen zu vereiteln geſucht haben.

Eugenie aber eilte unverzüglich in die Küche zu Tante Thereſe.

Sie wußte, daß ſie dieſer würdigen Dame ihren Kummer und ihre geheimen Wünſche anvertrauen konnte.

Tante Thereſe ließ ſich durch die Mittheilungen des Mädchens in ihrer häuslichen Beſchäftigung nicht ſtören.

Als aber Eugenie ihr die Antwort ihres Vaters mittheilte, konnte ſie ſich nicht enthalten, das Küchenmeſſer hinzulegen, die Arme in die Seiten zu ſtemmen und mit einem fragenden Blick auf Eugenie ſehr lebhaft den kleinen, runden Kopf zu ſchütteln.

Sieh einmal an, das iſt ja ein ausgezeichnetes Project, ſagte ſie,dieſem Saufaus und Hazardſpieler will Herr Schirmer das Lebensglück ſeines Kindes anvertrauen? Herz, lieber wollte ich Dich auf der Bahre ſehen, als mit dem Brautkranz geſchmückt an der Seite dieſes Taugenichts!

Eugenie ſeufzte tief auf.

Wenn aber nun der Vater ſchließlich dieſes Project ſo vor⸗ trefflich findet, daß er mir befiehlt, mich ſeinem Willen zu unter⸗ werfen? fragte ſie.

Dir befiehlt? erwiderte die kleine runde Frau mit einer Handbewegung, welche ſehr deutlich ihren Unwillen über die Mög⸗ lichkeit einer ſolchen Handlungsweiſe ausdrückte.

Eugenie, dann bin ich noch da, und es ſoll mir nicht darauf ankommen, dem Herrn Schirmer einmal gründlich den Kopf zu waſchen. Ich will Dich nicht gegen ihn aufhetzen, er iſt Dein Vater und im Grunde ein ſehr ehrenwerther vernünftiger Mann, nach meiner Anſicht hängt viel davon ab, wann und unter welchen Verhältniſſen der junge Herr Schenk zurückkehren wird. Zudem ſehe ich einſtweilen noch nicht ein, weshalb Du Dich ſo ſehr be⸗ unruhigſt, Ihr ſeid beide noch jung und Du weißt noch nicht ein⸗ mal, ob der junge Mann Deine Kebe erwidert.

Gewiß

Ruhig, liebes Kind, Du glaubſt, was Du hoffſt und Du hoffſt, was Du wünſcheſt. Mir hat's in meinen jungen Jahren auch ſo gegangen, nachher gingen die ſchönſten Hoffnungen in Rauch auf.

Eugenie blickte ſinnend in den Garten hinaus.

Wenn er nur wüßte, daß ich ihn liebe! ſagte ſie.Das würde ihn ermuthigen und anſpornen, er muß ja ſelbſt einſehen, daß wir Beide nur dann das gemeinſame Ziel erreichen können,