Jahrgang 
1
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den haben, ſie zu ſeiner Gattin zu erheben, als ſie auf Nimmer⸗ wiederkehr ziehen zu laſſen.

In dieſes Haus brachte Caspar Gabel brühwarm die Nach⸗ richt von dem verunglückten Aufſtande.

Eugenie ſaß am Fenſter, mit einer Handarbeit beſchäftigt, Tante Thereſe wirthſchaftete in der Küche.

Ja, ja, ſo mußte es kommen, illuſtrirte Gabel ſeine Nach⸗ richt, während er mit einem großen Aufwande von Zeitverſchwen⸗ dung ſein Meſſer wetzte,es war eine ganz verrückte Idee, und zu bedauern bleibt nur, daß ſonſt ganz vernünftige und ſehr ehren⸗ werthe Männer ſich dadurch compromittirt und in's Unglück ge⸗ ſtürzt haben.

In der That? fragte Schirmer gleichgültig.

Leute, die zu den ſchönſten Hoffnungen berechtigten, fuhr der Barbier fort, ohne die mindeſte Rückſicht darauf zu nehmen, daß der Seifenſchaum auf den Wangen und dem Kinn des Bankters ſchon zu ſchwinden begann.Leute, die jetzt die Flucht ergreifen müſſen, wenn ſie nicht einige Jahre hindurch in Spandau oder einer andern Feſtung über ihre Thorheit nachdenken wollen. Un⸗ ter uns geſagt, Sie kennen den Betreffenden ſehr genau und wer⸗ den mit mir bedauern, daß der biedere alte Mann ſolches an ſeinem Sohn erleben muß!

Eugenie ließ die Nadel ruhen, ihre großen, blauen Augen waren forſchend auf das pockennarbige Geſicht des Barbiers gerichtet.

Sie verſtehen es meiſterhaft, der Geduld die Daumſchrauben anzulegen, ſagte ſie mit leiſem Vorwurf.Sitzt nun mein Vater nicht ſchon ſeit fünf Minuten wie ein Lamm da und wetzen Sie nicht Ihre Meſſer ſo bedächtig und fein langſam, als

Mich ſoll nur verlangen, wie lange es noch währen wird, fiel Schirmer ihr lachend in's Wort.Wir werden wohl nicht eher erlöſ't werden, bis wir den Namen des Betreffenden erfah⸗ ren haben.

Der Barbier faßte die Naſe des Bankiers zwiſchen Daumen und Zeigefinger und entfernte mit einigen gewandten, raſchen Strichen den Schaum der ſich unter dem Riechorgane befand.

Ganz im Vertrauen will ich Ihnen den Namen nennen, ſagte er mit wichtiger, geheimnißvoller Miene,Sie werden ohne⸗ dies dem jungen Manne keinen Stein in den Weg legen, über den er ſtolpern könnte. Alſo der Sohn unſres Nachbars Schenk

Otto Schenk? fragte Eugenie beſtürzt.

Der Bankier blickte ſeine Tochter lange ernſt und forſchend an; auch der Barbier ſchien betroffen zu ſein.

Weniger die Worte ſelbſt, als der Ton, in welchem ſie aus⸗