Jahrgang 
1
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Bertram Schenk? ſagte der Schreiber und ein unverkenn⸗ barer Unmuth lag in dem Tone, in welchem er das ſagte.Ich habe den Namen nie gehört. Wahrhaftig achtzigtauſend Dollars ſind nicht zu verachten, wenn man ſie haben könnte

Und weshalb ſollte man ſie nicht erheben können? fuhr der Wucherer aus ſeinem Brüten auf.Dieſer Bertram Schenk iſt der Wirthzum großen Schoppen auf der Severinſtraße, er hat Geld genug. Weshalb ſollen Sie nicht eben ſo gut wie er, berech⸗ tigt ſein, dieſe Erbſchaft in Empfang zu nehmen? Iſt es ſein Verdienſt, daß ſein Bruder ſo reich geworden iſt?

Aber der Erblaſſer war ſein Bruder und nach dem Geſetz

Bah die Geſetze ſind nur für die Thoren, der kluge und umſichtige Mann hat ſeine eigenen Geſetze. Ich will Ihnen einen Vorſchlag machen. Sie überlaſſen es mir, dieſe Angelegenheit zu ordnen, Sie ſchweigen und leiſten mir Beiſtand, wenn ich ihn verlange. Gelingt es mir, die Erbſchaft einzukaſſiren, was ich durchaus nicht bezweifle, ſo erhalten Sie zehntauſend Dollars.

Der hagere Schreiber fuhr mit dem Taſchentuche einigemal über ſeinen eckigen Schädel, der ſchon die Spuren einer werden⸗ den Glatze zeigte und blickte dabei, in tiefem Sinnen verſunken, ſchweigend vor ſich hin.

Der Vorſchlag hatte auf der einen Seite viel Verlockendes, dagegen auf der andern auch manches Bedenkliche.

Mit zehntauſend Dollars, die praeter propter vierzehntauſend Thaler nach unſerm Gelde betragen, können Sie ſich ins Privat⸗ leben zurückziehen, nahm Herz nach einer Weile wieder das Wort,Sie können alles Mögliche damit beginnen.

Und Ihnen würden ſiebenzigtauſend bleiben, warf Schenk ein.

Bexechnen Sie gütigſt die Koſten und die Gefahr, lieber Freund.

Aber wie wollen Sie es ermöglichen

Mein Plan iſt bereits entworfen. Sie geriren ſich als Bertram Schenk verſtanden?

Sie meinen, ich ſollte hinreiſen?

Keineswegs. Sie dürfen das nicht, weil Sie zu jung ſind, um ſich für einen Bruder des Erblaſſers ausgeben können.

So wollen Sie ſelbſt die Reiſe machen?

Ich würde es thun, wenn ich für mehrere Monate von hier abkommen könnte.

So müßte alſp ein Dritter in das Geheimniß eingeweiht werden?

Ja, das müßte geſchehen, erwiderte der Wucherer.Ange⸗ nehm iſt es mir nicht, aber ich ſehe keinen andern Weg.

Und wer