Teil eines Werkes 
3. Band (1871)
Entstehung
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„Sollte ich nicht an Dallmer einige Abſchiedszei⸗ len zurücklaſſen?“

„Das mögen Sie thun, wenn Ihr Herz Sie dazu drängt“, erwiderte Balduin.

Mathilde ſetzte ſich an einen Tiſch und ſchrieb die kurzen Worte:

„Julius! Wir treffen uns einſt zur Abrechnung vor Gottes ewigem Richterſtuhle. Nütze die Dir noch übrige Spanne Leben, daß Du dort beſtehen mögeſt. Hier auf Erden ſehen wir uns nie wieder.

Mathilde.“

Sie couvertirte das Blatt, ſiegelte und adreſſirte: „Sennore Dallmavi, Puebla.“ Dann ſtützte ſie den Kopf auf die Hand und ſtarrte auf den geſchloſſenen Brief.

„Julius“, lispelten ihre Lippen kaum hörbar vor ſich hin,„Dein Name iſt unter dieſem Blatt begraben und komme nie mehr über meine Lippen. Wir ſchei⸗ den nicht erſt heute, wir waren längſt geſchieden. Du zerſtörteſt die Ideale meiner Jugend, Du vergifteteſt mein Leben und die Seele meines Sohnes, Du erſtachſt — nein!l ich will Dir deßhalb nicht fluchen, ich über⸗ laſſe Dich dem Arm des höhern Richters.“

Dann ließ ſie den Brief auf den Tiſch zurückglei⸗ ten und wendete ſich gegen Balduin: