Teil eines Werkes 
3. Band (1871)
Entstehung
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Ihre Tochter ermordet! Arme, arme Mathilde! Und Sie vermögen dieß Loos zu ertragen?

Längſt ſchon flehte ich den Himmel um meinen Tod, aber er ließ mich leben. Längſt graut mir vor Dallmer's Nähe und dennoch fand ich nicht den Muth, nochmal an den Banden zu rütteln, die mich an ihn feſſeln. Zu ſchwer trafen mich die Folgen meines erſten Fluchtverſuches. Mein Sinn iſt geſchwächt, meine Kraft gebrochen. Vetter, rathen Sie mir, wenn noch Rath zu fin⸗ den iſt! Helfen Sie mir, wenn es für mich noch Hilfe gibt!

Das will ich, ſo wahr ich ein ehrliches deutſches Herz beſitze, verſicherte Balduin und ergriff Mathil⸗ dens Hand.Sie müſſen fort aus Puebla, fort aus der Luft, die Ihr Gatte athmet! Und das noch heute!

So ſchnell?

Dallmer iſt, wie ich höre, auf einige Tage ver⸗ reiſt, die Gelegenheit alſo günſtig. Ehe er Ihre Flucht erfährt, können wir ſchon über der Grenze ſein. Oder erſchreckt Sie mein Vorſchlag? Hält irgend eine Pflicht Sie noch in Puebla zurück?

Keine.

Nun, dann treten wir ohne Säumen die Reiſe an.

Es ſei! Gehe ich auch keinem neuen Lebensfrüh⸗ ling entgegen, ſo doch vielleicht einem ruhigen Lebens⸗ herbſte. Sogleich werde ich reiſefertig ſein.