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3. Band (1871)
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22

Die Thränen erſtickten ihre Stimme. Erſt nach längerer Pauſe, während welcher Balduin den Blick mit ſchmerzlicher Theilnahme ſchweigend auf ihr ruhen ließ, fuhr ſie wieder fort:

Da ſah ich durch Dallmer eine meiner Hoffnungen nach der andern geknickt, bis mir endlich nichts mehr blieb, nichts, als ein Gefängniß.

Ein Gefängniß?

Ja, ein Gefängniß! Die Freundin ward mir auf noch unaufgeklärte Art geſtohlen. Ich beſaß nur noch den kleinen Maurizio und ein Mädchen, welches vor der Welt für mein Kind gilt. Die zwei Kleinen dem anſteckenden Beiſpiele des Vaters zu entziehen, entſchloß ich mich zur Flucht. Mein Vorhaben wurde durch Ver⸗ rath zu früh entdeckt. Dallmer ſchleppte mich mit den Kindern in ſeinen Palaſt zurück, entriß Maurizio meiner mütterlichen Pflege, und hielt mich lange, lange Jahre hindurch unter ſtrenger Bewachung als Gefangene feſt.

Und Sie ſuchten gegen ſolche Behandlung nicht Schutz bei den Gerichten?

Schutz des Unterdrückten gegen den Unterdrücker in Puebla? Vetter, Sie kennen den Boden nicht, auf dem Tlaskala's republikaniſche Verfaſſung wurzelt.

Ein bitteres Lächeln ſpielte um Mathildens bleiche Lippen, während ſie dieß ſprach. Sie fuhr fort: