Unmenſchliche verübt, ſchlieft Du noch unter meinem Herzen. Es war auf dem Sklavenmarkte, hier in Puebla. Wir beide wurden unter der Bedingung, daß wir nie getrennt werden dürften, an Dallmavi ver⸗ kauft. Kaum waren wir in ſeinem Beſitze, ſo rieß er uns auseinander. Dein Vater wagte fußfällig an ihn die ſchüchterne Bitte, uns das harte Sklavenloos gemeinſam tragen zu laſſen. Höhniſch, mit ſeiner Taſchenuhr ſpielend, hörte Dallmavi zu und rief dann lachend:„„Schergen herbei! ſo viele Stockſtreiche auf den Leib dieſes Buben, als ſeine Widerſpänſtigkeit mir koſtbare Sekunden geraubt.““ So geſchah es. Ich mußte Zeugin der Schmach ſein, ich mußte zuſehen, wie ſie Deinen Vater jammervoll zerfleiſchten. Dann trennte man uns. Doch ehe wir ſchieden, thaten wir einen Schwur, den nur Gott gehört,— einen Schwur, der erſt halb erfüllt iſt.“
Ottilie war auf das Sopha niedergeſunken. Malva's Enthüllungen hatten ſo erſchütternd auf ihre Nerven gewirkt, daß ſie in dieſem Augenblicke keinen Ausdruck für ihre Gefühle fand. Stumm und regungs⸗ los ſtarrte ſie ihre Mutter an.
Nach einer längeren Pauſe fuhr Malva fort: „Tochter, haſt Du keinen Willkomm für die Arme,


