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„Meine Tochter“, entgegnete Malva und breitete die Arme nach ihr aus.
„Deine— Deine Tochter? Und Dallmavi, dieſer mißtrauiſche, ſchlaue Kopf, hätte die Verwechslung nicht entdeckt?“ 4
„O, die Liebe iſt erfinderiſch, und noch weit erfin⸗ deriſcher iſt die Rache. Ich hatte aus Kräutern einen braunen Saft gebraut und wuſch damit ſein Kind. Es ward braun, braun wie ich. Und ſo wuſch ich es täglich bis in ſein ſechstes Jahr. Dann überließ ich es ſeinem Schickſal, und dann kam allmählich ſeine natürliche Farbe zum Vorſchein, es wurde wieder weiß, — weiß zum Schrecken dieſes Satans. Dallmavi bebte, als er das Wunder bemerkte. Ich ſah's und mein Herz ſchlug vor Freude. War ſchon die lebende Alma ſein Schrecken, ſo ſoll jetzt die todte ſeine Ver⸗ zweiflung werden.“
„Und an das Schickſal, das Du der ſchuldloſen Alma ſchufſt, arme Mutter,— daran haſt du nicht gedacht?“
„O Tochter, es giebt Verhältniſſe, unter denen ſelbſt der Allerbarmer dort oben einer Familie verzeiht, daß ſie in der Namenloſigkeit ihres Jammers über das Daſein einer ſchuldloſen Seele hinüberſprang. Als Dallmavi an mir und an Deinem Vater das


