Teil eines Werkes 
2. Band (1871)
Entstehung
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mal Tauſender meine Tempel erbaut, deßhalb meine eigene rebelliſche Natur geknechtet und in ſchlafloſen Nächten die Geſundheit meines Körpers geopfert, daß jetzt die Zunge eines albernen Sklavenkindes mir hohn⸗ lachend zurufen dürfte:dein Mühen war Tantalus⸗ Arbeit; ein Stück tadelloſer Menſchenhaut muß dich belehren, daß all deine Schlauheit deinen Durſt nach Befriedigung ewig nie zu ſtillen vermag? Nein, nein, nein! dieſer Gedanke wäre der Bankerott meines Geiſtes; hinter ihm läge nur noch die Verzweiflung. Hinweg, hinweg mit ihm!

Er ſprang wüthend auf.

Und ſtehe ich wirklich vor dem Abgrund, über welchen meine Philoſophie mir keine Brücke gezimmert Wie? Alberto ſah Alma geſtern zum Erſtenmale. Er kann nur flüchtig mit ihr verkehrt haben. Wenn die erſte Begegnung auch die letzte bliebe? Eindrücke, die ſo raſch entſtanden, ſind wohl ebenſo raſch wie⸗ der auszulöſchen! Alberto müßte ſeinen kindiſchen Traum bald vergeſſen und das Weitere vollzöge ſich durch den Einfluß ſeines Vaters, mit dem ich ja be⸗ reits einig bin!

Er ſah lange unbeweglich und ſtarr vor ſich hin:

Das Leben einer Sklavin oder meine Schmachl! Kann ich zögern, die Wahl zu treffen?