wurfsvolle Frage vorzulegen:„Warum, o Mutter, die Du mich ſo ſehr zu lieben vorgiebſt, warum haſt Du unbedacht das Glück meiner Zukunft dem Manne ge⸗ opfert, welcher Dich ſchon in derſelben Stunde betrog, der ich meine Entſtehung danken muß?“ Die Wucht dieſer Frage drückte ſo ſchwer auf das Herz der Mut⸗ ter, daß ſie darüber gänzlich vergaß, zu ihrer theilwei⸗ ſen Beruhigung ſich auch wieder die edeln Motive zu vergegenwärtigen, aus welchen der Entſchluß zu ihrer Reiſe nach Tlaskala hervorgegangen war.
Fiorens endliche Rückkehr unterbrach für den Au⸗ genblick dieſe traurigen Erwägungen, jedoch nur, um Mathildens ſchwere Sorgen bald durch einen neuen Kummer zu vermehren.
„Sahſt Du meinen Mann?“ rief ſie der Eintre⸗ tenden entgegen.
„Ich ſah ihn“, erwiderte Fiore langſam und wiſchte ſich den Angſtſchweiß von der Stirne.„Ich ſah, was ich ungern wieder erzähle.“
„Du kannſt nichts erzählen, was mich überraſchen würde“, warf Mathilde ſcheinbar ruhig ein und fuhr fort:„Auch mein Jammer kann durch Deine Mitthei⸗ lungen nicht mehr geſteigert werden. Ich ahne, nein, ich weiß, daß Sennore Dallmavi Sklavenhändler ge⸗ worden iſt. Alſo ſage immerhin: ja!“
—


