ſorgniß für die Zukunft in ihrer Seele Raum hätte
finden können.
Deſto beſſer hatte Julius die Anſpielung der Schwarzen verſtanden. Er biß ſich ärgerlich in die Lippen, ſchien aber den Moment für deutlichere Er⸗ klärungen nicht geeignet zu finden. Sich harmlos ſtel⸗ lend, deutete er auf die bereits ſinkende Sonne und gemahnte an die Nothwendigkeit, noch vor Einbruch der in dieſer Gegend raſch eintretenden Finſterniß ein Nachtquartier zu ſuchen.
Seine Aufforderung brauchte nicht wiederholt zu werden. Mathilde reichte ihm den Arm und ſie wan⸗ derten nun ſchnellen Schrittes der Hauptſtadt zu. Die Vesperglocke des Doms lud eben zum Ave Maria, als die zwei Liebenden mit Fioren durch das äußere Thor in die Hauptſtraße einbogen und bald darauf in einem der bequemſten Gaſthäuſer von Puebla Herberge nahmen.
Puebla iſt ein eigenthümlicher Ort. Wie noch vor Kurzem von der älteſten Welthauptſtadt Europa's, ja faſt in noch höherem Grade, läßt ſich auch von ihm ſagen: les extrèmes se touchent. Bigotterie und Unglaube, zügel⸗ loſe Ungebundenheit und drückende Sklaverei kreuzen ſich hier hart neben und durch einander. An Pracht und an Reichthum ſeiner ſechzig Kirchen und an Glanz der klerikalen Cermonien überragt Puebla vielleicht all


