meiner Sklavin gekauft, ſondern Dich aus der Skla⸗ verei erlöſt habe?“ fragte Mathilde mit unbeſchreiblich wohlthuender Sanftmuth und ſetzte hinzu:„Fiore, Du biſt frei!“
Die Negerin ſank zu Mathildens Füßen und be⸗ netzte küſſend mit ihren Thränen deren Hand.
„Sennora“, begann ſie und ſah mit einem Blick, in dem ſich die innigſte Dankbarkeit abſpiegelte,
zu ihrer Herrin empor,„Sennora, der Gott der Sonne S.
möge Ihnen Ihre Großmuth lohnen, ich vermag es nicht. Aber laſſen Sie mich wenigſtens einen Theil meiner Schuld abtragen, indem Sie mir erlauben, Ihre Dienerin zu bleiben!“
„Liebes Kind“, entgegnete Mathilde,„Du haſt in Deiner Heimat vielleicht noch theure Eltern, Geſchwiſter und Freunde, die um Dich trauern, die ſich nach dem Tag Deiner Heimkehr als dem Tag ihrer höchſten Freude ſehnen. Ich will nicht, daß Du aus einem Gefühl der Dankbarkeit gegen mich, welches ich hoch ehre, Familie und Vaterland noch länger entbeh⸗ ren ſollſt. Du ſelbſt darfſt, kannſt und ſollſt Dein Schickſal beſtimmen. Verfüge ganz nach der Eingebung Deines Herzens darüber!“
„Theure Sennora“, entgegnete Fiore,„wohl beſaß ich einſt das, was Sie Familie nennen. Mein
——


