Teil eines Werkes 
1. Band (1871)
Entstehung
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Fiore ſank, ſobald ſie das Vorgefallene begriffen hatte, zu Mathildens Füßen nieder und küßte unter Freudenthränen deren Hand.

Steh auf und hoffe nicht mehr als Du ver ienſt, redete Mathilde mit einem Blick auf Eskobadi die Weinende ernſt an.Du ſcheideſt von einem guten Herrn und wer weiß, ob dieſer Schickſalswechſel Dich nicht vom Regen unter die Traufe führt!

Fiore blickte erſchreckt zu ihrer neuen Gebieterin empor. Da warf Mathilde einen verſtohlenen Blick ſo milde auf ſie herab, daß ſie ſogleich den Grund der ſtrengen Anrede errieth und ſchweigend, aber innerlich beglückt, ſich erhob.

Sennore Eskobadi, wendete ſich Mathilde wieder gegen den Sklavenhändler um,ich hoffe zum Abſchied von Ihnen noch das Compliment zu hören, daß ſie nicht jeden Tag ſo gute Geſchäfte ma⸗ chen, wie heute mit mir.

Regnet's nicht, ſo träufelt's, viel aber ſpringt dabei nicht heraus, entgegnete Eskobadi und rieb ſich mit ſichtlichem Wohlbehagen die Hände.Ich handle billig, denn ich bin Chriſt, und reite jeden Sonntag früh nach Puebla, um den Gottesdienſt im dortigen Dom nicht zu verſäumen.

Mathilde empfahl ſich raſch und hatte Mühe, im