Teil eines Werkes 
1. Band (1871)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

154

züglichen Papiere vernichtet habe, klang ebenfalls glaub⸗ haft. Verbarg dieſelbe doch, wenn ſie das Unglück des Vaters verſchwieg, zugleich auch die Schande, von der ſie ſelbſt über dem Grabe des Ermordeten ſich hatte beflecken laſſen. Kurz: je tiefer Eskobadi alle Umſtände erwog, deſto näher kam er der Anſicht, daß Mathilde ihn in Wahrheit für den Retter ihrer Mutter halte und weder von dem begangenen Mord eine Ahnung, noch von dem Mörder eine Spur beſitze. Zuletzt be⸗ mächtigte ſich ſeiner ſogar eine gewiſſe Art von Be⸗ ſchämung über das ſtrenge Verhör, das er eben ange⸗ ſtellt. Denn lieferte nicht gerade dieß Verhör ein Zeichen ſeiner ewig regen Furcht? Und was hätte er vernünftiger Weiſe denn von den Beſuche eines ſchwachen Weibes fürchten können, er, der in ſeinem feſten Caſtell unter dem Schutze von zweihundert und fünfzig Be⸗ waffneten und zudem in Mitte eines Landes ſaß, von deſſen Geſetzen oder vielmehr von deſſen anarchiſchen Zuſtänden all ſeinen Handlungen in Voraus volle Strafloſigkeit verbürgt zu werden ſchien?

Mathilde empfand, daß für ihre Perſon vorläufig von Eskobadi nichts mehr zu fürchten ſei und daß ſie jetzt ihre ganze Aufmerkſamkeit der Rettung des Mannes zuwenden könne, wegen deſſen Schickſal ſie ſich hieher gewagt hatte. Auch war ſie entſchloſſen, die günſtige