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Mißtrauen und wittert überall Verrath. Würde Sen⸗ nora ſeinen Argwohn wecken, ſo brächte das ihr den Tod oder noch Schlimmeres, als nur den Tod.“ Mathilde ſchauerte, und wer würde an ihrer Stelle wohl keinen unheimlichen Schauer empfunden haben! Sie befand ſich in der Höhle des Ungethüms, das ihren Vater erwürgt hatte. Auch konnte ſie aus dem letzten Briefe, den ihre Mutter erhalten, den Schluß folgern, daß Eskobadi der Tochter Alimonti's nichts weniger als wohlwollend gedenke. Schon ihr bloßer Anblick mußte ihm ohne Zweifel widerlich ſein. Das Alles war ihr zwar ſchon vor ihrem Eintritt in das Caſtell klar geweſen, aber ſie hatte nicht gewußt, daß nur durch Eskobadi ſelbſt in Julius' Nähe zu kommen ſei. Sie hatte nicht gewußt, daß ſie, um, ihr Ziel nicht zu verfehlen, ihre innerſten Gefühle ängſteich werde ver⸗ bergen müſſen. Und was ſollte ſie nun dem Beherrſcher des Thales als Grund ihres Beſuches bezeichnen, um nicht ſein gefährliches Mißtrauen zu wecken? Geſtand ſie die Wahrheit, ſo vernichtete ſie ſelbſt die Hoffnung, ihren Julius zu befreien. Geſtand ſie die Wahrheit nicht, ſo war zu befürchten, daß das mißtrauiſche Ge⸗ müth des Tyrannen Grund genug finden würde, um in der Annäherung der Tochter des Ermordeten ein Auf⸗
tauchen rächender Geſpenſter zu wittern. Köberle, Alles um ein Nichts. I. 10


