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ſcheinſt ein gutes Herz zu beſitzen“, entgegnete ſie freundlich, indem ihr Blick ſich zugleich mit mütter⸗ licher Beſorgniß ihrem Liebling zuwendete.
„O Sennora, der liebe Sonnengott ließ uns auch Menſchen werden, obgleich er die Farbe unſerer Haut etwas dunkel gefärbt hat.“
Ein grämlicher Zug ſpielte um die aufgeworfenen Lippen des Mädchens, während es dieſe Worte ſprach. Mathilde fühlte, daß ihre Artigkeit mißdeutet worden war und entgegnete deßhalb raſch:
„Daran habe ich nie gezweifelt, meine gute Seele. Ich bin überzeugt, daß es auch unter Deinem Volk edle Herzen gibt, denen gegenüber mancher Weiße trotz ſeiner tadelloſen Hautfarbe wie ein wahrer Teufel aus⸗ ſchaut.“
Das Geſicht der Negerin erheiterte ſich wieder. „Laſſen die Sennora mich zum Dank für dieſen Aus⸗ ſpruch ihre Hand küßen“, ſagte ſie und kniete vor Mathilden nieder.„Ich habe aus dem Volke der Sen⸗ nora eine ſolche Sprache noch nie gehört und wüßte nicht, was ich ihr abſchlagen könnte, wenn ſie einen Dienſt von mir verlangte.“
„Dann, liebes Kind“, fiel Mathilde faſt bittend ein,„dann wirſt Du mir gewiß einige Fragen erlauben,


