Dem königlichen Heer war's gelungen, Ronda wäh⸗ rend der Abweſenheit ſeines Alcayden und des größ⸗ ten Theils ſeiner Beſatzung plötzlich zu überfallen, aber ſeine Einwohner waren kriegeriſch und vertheidigten ſich tapfer, vertrauend, daß Hamet und ſeine Gomeren bald zu ihrer Unterſtützung zurückkehren würden.
Die geprieſene Feſtigkeit ihrer Bollwerke war von geringem Nutzen gegen die geſchützreichen Belagerer ge⸗ weſen. In einem Zeitraum von vier Tagen wurdeu drei Thürme und große Stücke von den Wällen, welche die Vorſtädte ſchützten, niedergeſchoſſen, und die Vorſtädte weggenommen und geplündert.
Donnerbüchſen und andres ſchwere Geſchütz wurden nun auf die Wälle der Stadt gerichtet, und Steine und Geſchoſſe aller Art in die Straßen geſchleudert. Der Fels ſogar, worauf die Stadt ſtand, erbebte vom Don⸗ ner des Geſchützes, und die gefangnen Chriſten, tief in ſeinen Kerkern, prießen das Getös als den Vorboten der Befreiung.
Als Hamet El Zegri ſo ſeine Stadt umgeben und angegriffen ſah, rief er ſeiner Mannſchaft ihm zu folgen und machte einen verzweifelten Angriff, um ſich einen Weg zur Befreiung der Stadt durchzuhauen.
Sie ſchlichen ſich heimlich durch die Gebirge, bis ſle an die Anhöhen kamen, welche, dem chriſtlichen Lager am nächſten, über es hinhingen. Als die Nacht hereingebro⸗ chen, und ein Theil des Heers in Schlaf verſunken war, ſtiegen ſie den Felſen herab, und ſtürzten plötzlich auf


