— 211—
chriſtlichen Konigen belagert, aber nie eingenommen wor⸗ den. Selbſt jetzt wurde viele Tage lang das Geſchůtz ohne Wirkung gegen ſie gerichtet, und manche Ritter murrten gegen den Marquis von Cadir, daß er dem Kö⸗
nig gerathen, dieſe unangreifliche Feſte zu berennen.(Cura de los Palacios.)
Gerade in der Nacht, wo dieſe Vorwürfe ausgeſpro⸗ chen wurden, leitete der Marquis das Geſchütz ſelbſt. Er richtete die Donnerbüchſen an den Fuß der Wälle und an die Thore. In kurzer Zeit waren die Thore in Stücke zerſchlagen, eine große Breſche in die Mauern gemacht, und die Einwohner zur Uebergabe geneigt. Vier und zwanzig gefangene Chriſten, die bei der Niederlage auf den Gebirgen von Malaga dem Feind in die Hände ge⸗ fallen, wurden aus den Gefängniſſen der Feſte befreit, und prieſen den Marquis von Cadir ihren Erlöſer.
Es iſt unnöthig, der Eroberung verſchiedner andren Orte zu erwähnen, die ſich ergaben, ohne einen Angriff abzuwarten. Die Mauren hatten immer große Tapfer⸗ keit und Ausdauer in der Vertheidigung ihrer Städte gezeigt; ſie waren furchtbar in ihren Ausfällen und Ge⸗ fechten, und geduldig in Ertragung von Hunger und Durſt, wenn ſie belagert wurden, aber dieß furchtbare Geſchütz, welches ihre Wälle mit ſo viel Leichtigkeit und Schnelle vernichtete, ſchlug ſie mit Verwirrung und
Entſetzen und machte allen Widerſtand vergeblich.
14*


