Feſten einzunehmen. Dieſe wären blos auf Vertheidi⸗ gung gegen die ſonſt im Krieg gebrauchten Maſchinen be⸗ rechnet. Ihre Wälle und Thürme wären hoch und dünn, und vertrauten auf ihre ſteile, felſige Lage; aber die Stein⸗ und Eiſenkugeln, die von den Donnerbüchſen herabſchöſſen, würden ſie bald zu Trümmern über den Häuptern ihrer Vertheidiger zuſammenſchlagen.
Alora's Schickſal zeigte bald die Richtigkeit dieſer An⸗ ſicht. Dieſe Feſte lag auf einem von einem Fluß benetz⸗ ten Felſen. Das Geſchütz ſchlug bald zwei Thürme und einen Theil des Walls ein. Die Mauren wurden durch die Heftigkeit des Angriffs in Staunen verſetzt; ſie wa⸗ ren wie vernichtet, als ſie die Wirkungen jener furchtba⸗ ren Maſchinen auf ihre geprieſenen Bollwerke gewahrten. Das Brüllen der Geſchütze, das Niederfallen der Schan⸗ zen erſchreckte die Weiber, welche mit ſchreienden Bitten in den Alcayden drangen, ſich zu ergeben.
Der Platz wurde den 20. Juni unter der Bedingung geräumt, daß die Einwohner mit ihren Habſeligkeiten freien Abzug erhielten; aber das Volk in Malaga, das mit der Kraft dieſer niederſchmetternden Geſchütze noch unbekannt war, zeigte ſich ſo erbittert gegen die armen aus Alora Vertriebenen, daß ſie ſie nicht in ihre Stadt aufnehmen wollten, weil ſie ſich, wie ſie meinten, auf eine feige Weiſe übergeben hätten.
Ein ähnliches Schickſal erwartete die Stadt Setenil, die auf einem hohen Felſen erbaut war und für unerſteig⸗ lich gehalten wurde. Mehrmals war ſie unter früheren


