Jahrgang 
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den. Doch war ange Zeit ohne eine Gebietsverletzung dieſer Art von Seiten der Mauren vorübergegangen, und die chriſtlichen Grenzſtädte waren daher alle in einen Zu⸗ ſtand der nachläßigſten Sorgloſigkeit verfallen.

Muley Aben Haſſan warf ſeine Blicke um ſich, ſich den Gegenſtand ſeines Angriffs auszuleſen, da erhielt er Nachricht, die Feſte Zahara ſey nur ſchwach beſetzt, und dürftig verſehen, und ihr Alcayde ſorglos in ſeiner Auf⸗ ſicht. Dieſer wichtige Poſten lag auf der Grenze, zwi⸗ ſchen Ronda und Medina Sidonia, und war auf dem Kamm eines Felsgebirgs erbaut. Ein feſtes Schloß ragte auf einer Klippe ſo hoch darüber hin, daß man behaup⸗ kete, es ſey über den Flug der Vögel, den Zug der Wol⸗ ken hinaus. Die Straßen und viele Häuſer waren bloſe, in den lebendigen Felſen eingehauene Aushöhlungen. Die Stadt hatte nur ein Thor nach Weſten zu, das verthei⸗ digt ward von Thürmen und Bollwerken. Der einzige Weg zu dieſer zackigen Feſte hinauf ging auf in die Fel⸗ ſen gehauenen Stufen, ſo ſteil, daß ſie an manchen Or⸗ ten zerbrochenen Stiegen glichen. Dieß war die Lage der Bergfeſte Zahara, die ſo ſehr jedem Angriff zu trotzen ſchien, daß es durch ganz Spanien zum Sprichwort ge⸗ worden, eine Frau von abſchlagender, unzugänglicher Tu⸗ gend eine Zaharena zu nennen. Aber die ſtärkſten Feſtun⸗ gen und ſtrengſten Tugenden haben ihre ſchwachen Seiten und verlangen unabläßige Wachſamkeit, ſie zu bewahren; mögen Krieger und Damen an dem Schickſal Zaharg's ein Exyempel nehmen!