— 17—
über gewiſſe Geheimniſſe des chriſtlichen Glaubens. Die von dieſen Ungläubigen vorgebrachten Beweiſe, ſagt Bru⸗ der Antonio Agapida, erregten den frommen Unwillen dieſes ſehr chriſtlichen Ritters und klugen Geſandten, aber dennoch hielt er ſich in den Grenzen ſeines hohen Ern⸗ ſtes, indem er ſich auf ſeinen Degenknopf lehnte, und mit unausſprechlicher Verachtung auf die ſchwachen Ca⸗ ſuiſten um ihn herabſah. Die ſchnellen, feinen Arabiſchen Witzlinge verdoppelten ihre leichten Angriffe auf dieſen ſtattlichen Spanier, und meinten, ſie hätten ihn gänzlich im Streit darnieder gemacht; aber der ernſte Juan de Vera hatte einen Beweis im Rückhalt, auf den ſie we⸗ nig vorbereitet waren; denn an einem von ihnen, aus dem Stamm der Abencerragen, der mit einem Naſerüm⸗ pfen die unbefleckte Empfängniß der gebenedeiten Jung⸗ frau in Zweifel zog, konnte der katholiſche Ritter nicht länger ſeinen Zorn zurückhalten; plötzlich ſeine Stimme erhebend, ſagte er dem Ungläubigen, er lüge, und zu gleicher Zeit mit dem Arm ausholend, ſchlug er ihm das Haupt mit dem unentblößten Schwerte. 4
In einem Augenblick erglitzerte der Löwenhof von dem Blitz der Waffen, und ſeine Brunnen würden mit Blut gefärbt worden ſeyn, hätte nicht Muley Aben Haſſan den Lärm gehört, und alle Gewaltthätigkeit verboten, indem er die Perſon des Geſandten für heilig erklärte, ſo lange er in ſeinem Gebiet ſich befände. Der Aben⸗ cerrage ſparte die Erinnerung an die Beleidigung auf, bis die Stunde der Rache käme, und der Geſandte bat
Irving's Granada, 1— 3, 3 2


