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den Rittern beider Nationen Sitte, in dieſen edlen, rit⸗ terlichen Kämpfen während der Zwiſchenräume des Kriegs, ſich zu verſuchen. Als ſie aber hörten, er ſey gekommen, jenen den Ohren ihres ſtolzen Monarchen ſo widerlichen Tribut zu fordern, bemerkten ſie, es brauche einen Krie⸗ ger von ſeiner augenſcheinlichen Stärke, um ſich ſolch ei⸗ ner Botſchaft zu entledigen.
Muley Aben Haſſan empfing den Ritter mit Gepränge; er ſaß auf einem koſtbaren Divan, umgeben von den Dienern ſeines Hofs, in der Geſandtenhalle, einem der prachtvollſten Gemächern des Alhambra. Als de Vera ſeine Botſchaft eröffnet, kräuſelte ein vornehmes, bitte⸗ res Lächeln die Lippe des ſtolzen Herrſchers.«Sagt eu⸗ ren Herren,» begann er,«daß die Könige von Granada, die der Caſtiliſchen Krone Tribut in Geld zu bezahlen pflegten, verſtorben ſind. Unſere Münze gegenwärtig prägt nur Säbelklingen und Lanzenſpitzen.) Garibay, Compend. XI, 29. Conde, Hist. de los Arabes, IV, 34.
Die in dieſer kühnen Antwort liegende Herausforde⸗ rung wurde von Don Juan de Vera mit ernſter, hoher Ritterlichkeit angehört; denn er war ein tapfrer Soldat und erklärter Haſſer der Ungläubigen. Er ſah eiſernen Krieg in den Worten des Mauriſchen Herrſchers. Er verließ mit ſtattlicher, ceremoniöſer Gravität das Audienz⸗ zimmer, da er Meiſter war in allen Punkten der Eti⸗ kette. Als er durch den Löwenhof ſchritt, und ſtehen blieb, deſſen geprieſene Fontaine zu betrachten, gerieth er in eine Unterredung mit den Mauriſchen Höflingen


