Jahrgang 
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Pauſe ſehr aufgeräumt fort. Du mußt dich recht liebens⸗ würdig machen. Und komme mir ja recht bald, und erzähle mir von der liebenswürdigen Roſalie recht umſtändlich.

Sie lachte aus vollem Herzen.

Liebes, ſeltſames Geſchöpf, ich begreife dich nicht! rief der Freund. Aber dies bunte, wunderſam⸗ſchillernde Band deiner Empfindungen umſtrickt mich nur deſto feſter. Was regt dieſe Stürme in dir auf? Was ſpielt dieſe Wechſelflam⸗ men aus deinem Herzen, die kein Widerſchein deiner Umge⸗ bung, die ein eigenthümliches Licht deiner tiefen Seele ſchei⸗ nen? Manchmal bei all' deiner lebendigen, anmuthigen Schönheit erſchrecke ich vor dir. Du kommſt mir wie ein Traumbild des in mir ſchlummernden Poeten vor. Oder biſt du mir als Muſe geſandt, die mir reiche Stoffe bringe, und wunderbare Seelenſtimmungen vorſpiele? Stoffe, wie Romeo und Julie, Stimmungen, wie die Seligkeit, in der ich jenes Gedicht niedergeſchrieben? Wie viel Fabeln kommen mir aus deinem Mund entgegen, wieviel Seelen fliegen mir aus deinem Herzen zu! Ja, göttliches Mädchen, was brauche ich um Erfindung bekümmert zu ſein, ſo lang du deinen Mund öffneſt, und meine Verſe durchathmeſt, ſo lang du meiner Gedichte ſüßeſter Inhalt ſelber biſt, und mein kahles Papier mit herrlichen Schöpfungen überglänzeſt? Dir ver⸗ danke ich es, wenn etwas an meinen keimenden Gedichten entzücken wird. Wie ſtumpf müßte die Feder ſein, die dich ſelbſt, die dein Selbſt nicht faſſen könnte, wenn du dich als die ſchönſte Erfindung gibſt? O ſei denn meine zehnte Muſe, mächtiger, als die neun, zu denen die Reimer flehen und betteln. Hilf dem Dichter, der dich anruft und anbetet, hilf ihm unvergängliche Werke ſchaffen 21*

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