rühmen, von deiner Herrlichkeit ſchweigen ſoll,— was für Gründe kannſt du nur haben, theuerſte Thekla? Gründe? du fragſt nach Gründen? rief ſie. Biſt du ein Philoſoph? Dichter müſſen ſich an Launen gewöhnen. Und hätte ich hundert Gründe, ich würde dir nicht einen einzigen ſagen, wenn du es nicht erkennſt, daß ich nur mit dem ſtreng⸗ ſten Geheimniſſe mich für dich erhalteg und retten kann. Ja nur ſo kanf'ſch einſt dir gehören. Still davof! du nur zu Roſalien! O du wirſt ſie ergründen! Du wirſt das abmachen, ihr werdet das abmachen!„Abmachen““ Sie hat
ſich dem Grafen hingegeben, ſie liebte ihn; er verließ ſie
ſtumm, und nun will er es abmachen. O du arme Roſalie! Du haſt ihn belogen, nicht wahr? Ei, du gottloſe Dirne, warum lügſt du auch! Ja, ſie nennen es Lügen; ſie be⸗ ſchuldigen dich, du habeſt den Geliebten getäuſcht. Armes Ding! Du hültſt dich in fremder feindſeliger Welt an einem ſelbſtgeſponnenen Faden ſchwebend; du darfſt ihn nicht abbrechen, und verwickelſt dich enger und enger in dein eigenes Geſpinnſt. Ach, ſie werden dich zertreten, wie eine Spinne,— die ſtolzen Männer! Dann iſt es abgemacht!
Um des Himmels willen, was haſt du, was bewegt dich, ſüßes, theures Herz? fragte der Freund, aufs Höchſte betroffen. Was geht dich denn Roſalie an?
Sie ſah ihm eine Weile mit zerſtreutem Blick ins Auge. — Glaubſt du nicht, daß es ſo iſt? fragte ſie dann. So, wie ich es mir eben lebhaft vorgeſtellt habe? Ei nun, mein Freund,— du beſorgſt und verfichſt des Grafen Sache; habe ich weniger Herz? Darf ich mich nicht der armen Roſalie annehmen?— Ich bin begierig, wie du Roſalien finden wirſt, William! fuhr ſie nach einer kurzen


