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321 Geliebte ganz verwandten Kummer haben! Könnte ich nur auch dir, wie ihm, ein Vermittler ſein!
Mit Herzklopfen war Thekla aufgeſtanden und hatte ſich, um ihre Unruhe und Verlegenheit zu verbergen, damit zu thun gemacht, daß ſie ein Tiſchchen deckte. Sie erwiderte nur wenige Worte der Theilnahme an dem Erzählten, und verließ das Gemach, um das gewöhnliche Abendbrot zu bereiten.
Frkund, in ſüße Träumereien verſunken, nahm nicht wahr, daß Thekla länger, als gewöhnlich ausblieb. Wie ſie zurück kam, war ſie heiter und aufgeräumt. Sie hatte Blumen aus dem Garten geholt, und ſtellte ſie auf den Tiſch. Sie naſchte nur wenig vom Teller des Freundes, ſpielte dann und ſang. Erſt ſpäter fragte ſie leichthin, wann er denn zu Roſalien gehen wolle.
Morgen früh, ſagte er; ich denke ein Stündchen vor Tiſche.
Der Graf hat dir wol die Geliebte beſchrieben, Roſa⸗ lien? fragte ſie.
In wenigen Worten, ganz allgemein, zu ihren Gun⸗ ſten, ſagte William. Ich werde ſie ja ſehen.
Du wirſt nicht vergeſſen, William, ſagte ſie, was du mir gelobt haſt. Ich will nicht, daß du Beſchreibung mit Beſchreibung erwiderſt. Ich will keinem Freunde, beſon⸗ ders keinem gräflichen Freunde beſchrieben ſein, ſo lang ich für die Welt ein Geheimniß bin. Meine Geſtalt, meinen Gang, und mein Ausſehen, mein Spiel und mei— nen Geſang,— nichts, nichts von allem Dem, und über— haupt gar nichts von mir ſollſt du beſchreiben!
Süßes, wunderſames Weſen! lachte William. Daß ich dich nicht nenne, nicht zeige, nicht verrathe, verſteht ſich; daß ich aber auch deine Gaben und Tugenden nicht Koenig, William Shakſpeare. I 21


