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dich kennen und ſchätzen gelernt, wollen wir ihm unſer Einverſtändniß verſchweigen. Er hat ſeine Wunderlich⸗ keiten, und ich möchte mir ſeinen guten Willen nicht ver⸗ ſchlagen. Denn gerade er könnte am beſten die Sache mit meinem falſchen Gemahl abmachen, was doch auch zu meiner Wiederverheirathung nöthig wäre. Wie froh will ich ſein, mich aus der Verwirrung eines ſo unglücklichen Verhältniſſes geborgen, eine ſo widerwärtige Angelegen⸗ heit abgethan zu wiſſen! Nichts iſt quälender, als eine Sache, die nicht ganz abgebrochen iſt, und die man doch nicht feſthalten will.
Wie wunderbar! rief William aus, daß ich dieſen Ge⸗ danken heut zum zweiten Mal aus ſo verſchiedenem Munde höre. Southampton hat mir dieſen Morgen dieſelbe Klage mit demſelben Schmerz ausgeſprochen. Du hatteſt damals doch Recht, mein Herz, als du mir von einem Liebesverhältniß erzählteſt, das mein Freund gehabt haben ſoll. Es war eine gewiſſe Roſalie. Auch er findet ſich, wie du in deiner Lage, darin unbehaglich, daß die Ver⸗ bindung zwar abgebrochen, aber nicht ausdrücklich beige⸗ legt iſt. Er fürchtet, die tollkühne Roſalie möchte ihm noch Verdruß mit ſeiner Braut machen. Wie gerührt, wie edelgeſinnt hat er ſich gegen mich ausgeſprochen! Er hat mich gebeten, und ich werde zu Roſalien gehen, mit ihr reden, die Sache für ihn abmachen. Ich konnte es nicht ablehnen, und ich thue es gern. Welch' ein wunderliches Mädchen werde ich treffen! Er hat mir ihre Wohnung gezeigt. Sie wohnt juſt über der Halle hinter Pater⸗ noſterrow, wo ich dich, liebſte Thekla, früher einmal aus dem Auge verloren habe. Wunderbar, daß Freund und
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